Gemeinsam entscheiden

Die Schule Andwil-Arnegg stimmt am Montag über eine Änderung der Gemeindeordnung ab. Bei einem Ja kommt es in Gossau, Andwil und der Schulgemeinde zeitgleich zu Abstimmungen.

Rafael Rohner
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Anfang 2014 soll sich weisen, ob das Schulhaus Ebnet in Andwil dereinst zu Gossau gehören könnte. (Archivbild: Urs Jaudas)

Anfang 2014 soll sich weisen, ob das Schulhaus Ebnet in Andwil dereinst zu Gossau gehören könnte. (Archivbild: Urs Jaudas)

ANDWIL. Gut möglich, dass die ausserordentliche Schulbürgerversammlung vom kommenden Montag in Andwil schon nach wenigen Minuten vorbei ist. Denn abgestimmt wird lediglich über einen Antrag. Dieser hat es allerdings in sich. Die Gemeindeordnung soll um einen Passus ergänzt werden, der es ermöglicht, in der Schulgemeinde ab 2014 auch an der Urne Grundsatz- und Sachabstimmungen durchzuführen.

Heute können solche wichtigen Fragen nur an der Schulbürgerversammlung entschieden werden. Das hat den grossen Nachteil, dass ein koordiniertes Vorgehen mit den beiden möglichen Partnern, der Stadt Gossau und der Politischen Gemeinde Andwil, schwierig ist.

Abstimmungen Anfang 2014

Ein koordiniertes Vorgehen ist jedoch das Ziel der drei Körperschaften. Die Stadt Gossau, die Politische Gemeinde Andwil und die Schulgemeinde Andwil-Arnegg streben laut Aussagen von Schulratspräsident Emanuel Kummer und Gemeindepräsident Dominik Gemperli ein gemeinsames Abstimmungsdatum an. Das heisst: In allen drei Gemeinden soll am gleichen Sonntag an der Urne die Frage beantwortet werden, wie die Stimmberechtigten grundsätzlich zu einer Fusion – oder im Falle einer Einheitsgemeinde Andwil – zu einer Inkorporation stehen.

Den Schulbürgern in Andwil und Arnegg wird dann wohl die Frage gestellt, ob für sie eine Einheitsgemeinde Andwil in Frage kommt, den Andwilern, ob eine Fusion mit Gossau denkbar wäre, und den Gossauern, ob sie sich eine solche Heirat überhaupt vorstellen könnten. Klappt alles so wie vorgesehen, wird bis dahin nicht mehr allzu viel Zeit vergehen. Ziel ist es, die Grundsatzabstimmungen bereits Anfang nächsten Jahres durchzuführen. Die Andwiler SVP, die CVP und die Grünliberalen haben bereits im Mai ein rasches Vorgehen gefordert. Solange kein Entscheid gefällt werde, sei die Entwicklung Andwils blockiert, argumentierten sie. Auch der Gemeindepräsident machte sich für ein rasches, aber überlegtes Vorgehen stark. Nun ist Gemperli guter Dinge, dass der Fahrplan tatsächlich eingehalten werden kann. Voraussetzung dafür sei aber die Zustimmung der Schulbürger am Montag. «Ein Nein würde den zeitlichen Ablauf verändern.»

Formeller Entscheid

Für Schulratspräsident Emanuel Kummer ist die Abstimmung am Montag aber vor allem ein formeller Entscheid. Auch bei einem Nein seien Grundsatzabstimmungen weiterhin möglich, sagt er. Dann jedoch wie bisher nur an Schulbürgerversammlungen.

Der Grund für die ausserordentliche Versammlung ist ein Vorstoss des CVP-Kantonsrates Peter Boppart. Er beantragte an der Bürgerversammlung, die Gemeindeordnung so anzupassen, dass in der Schulgemeinde eine Grundsatzabstimmung an der Urne möglich wird. Die Politische Gemeinde genehmigte eine solche Änderung gleichentags. Bopparts Antrag wurde mit grosser Mehrheit gutgeheissen.

Emanuel Kummer Schulratspräsident

Emanuel Kummer Schulratspräsident

Dominik Gemperli Gemeindepräsident

Dominik Gemperli Gemeindepräsident

Peter Boppart CVP-Kantonsrat (Bilder: pd)

Peter Boppart CVP-Kantonsrat (Bilder: pd)