Gemeinderat hält an Fusion fest

Der Gemeinderat bleibt dabei: Politische und Primarschulgemeinde sollen fusionieren. Auch, weil Investitionen so besser etappiert werden könnten.

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WITTENBACH. Mit seinem Antrag an die Schulbürgerversammlung, einer Vereinigung mit der Politischen Gemeinde nicht zuzustimmen, hat der Wittenbacher Primarschulrat den Gemeinderat überrascht (Tagblatt vom 29. Oktober). Gemeindepräsident Fredi Widmer wollte sich nicht im Detail äussern, ehe er sich mit seinen Ratskollegen abgestimmt hat. Nun hat der Gemeinderat mit einer Mitteilung reagiert. Er findet, die Vorteile einer Gemeindefusion überwiegen, und empfiehlt im Hinblick auf die Bürgerversammlung am 30. November ein Ja zur Inkorporationsvereinbarung. Organisation und Planung würden vereinfacht, ohne dass die Schulqualität darunter leide.

Mehraufwand gleicht sich aus

Nachdem sich die regionale Oberstufenschulgemeinde zumindest vorläufig von der Idee einer Einheitsgemeinde verabschiedet hat, kommt in Wittenbach nur noch eine «kleine» Einheitsgemeinde mit Politischer und Primarschulgemeinde in Frage. «Aus Sicht des Gemeinderats spricht diese Tatsache nicht gegen die vorgesehene Einheitsgemeinde, weil auch die <kleine> Einheitsgemeinde für Wittenbach immer noch einen Mehrwert bringt», heisst es dazu im Communiqué. Durch eine Fusion würden jährlich Mehrkosten von rund 100 000 Franken entstehen, was für den Primarschulrat ein Grund zum Verzicht ist. Der Gemeinderat hält dem entgegen, dass diese Kosten mittel- bis langfristig durch den Nutzen in den Bereichen Verwaltung und Infrastruktur ausgeglichen würden.

Einfacher Prioritäten setzen

Bis vor kurzem sei man davon ausgegangen, dass beide Räte gemeinsam ein Ja zur Fusion beantragen würden. Dass es nicht so gekommen ist, liegt gemäss Gemeinderat daran, dass man sich bei Investitionsplanung und Finanzbedarf nicht einig geworden sei und der Primarschulrat seinen Spielraum bei Investitionsvorhaben eingeschränkt gesehen habe. Konkret geht es um den Ersatz des Dorfschulhauses, auf den der Primarschulrat seit Jahren pocht. Die Politische Gemeinde sieht derzeit allerdings keine Möglichkeit, ein neues Schulhaus und die Alterszentrumserweiterung gleichzeitig zu finanzieren. «In einer Einheitsgemeinde wäre die Priorisierung der Vorhaben wesentlich einfacher», schreibt der Gemeinderat. Und auch wenn die Fusion nicht zustande kommen sollte, müsse nach Alternativen gesucht werden. (jw)

Infoveranstaltung zu den Bürgerversammlungen von Politischer und Primarschulgemeinde: Montag, 9. November, 19.30 Uhr, OZ Grünau.