Gemeinderat bittet um Kooperation

Der Gemeinderat hat über den neuen Richtplan informiert. Die Fragerunde zeigte, dass der Dialog zu den Grundbesitzern bisher noch nicht gesucht wurde. Seit vorgestern kann rekurriert werden.

Christina Dietze
Drucken
Teilen

Kurz vor Beginn wurden zusätzlich noch Stuhlreihen im Eggersrieter Gemeindesaal aufgestellt. Offenbar erschienen mehr Grundeigentümer und andere Interessenten zum Infoanlass rund um den kommunalen Richtplan, als der Gemeinderat Eggersriet erwartet hatte. Gemeindepräsident Roger Hochreutener eröffnete dabei vorgestern die Vernehmlassung. Der Plan ist momentan zur Vorprüfung beim Kanton.

Vermehrt Mehrfamilienhäuser

Der Richtplan besteht aus drei Teilplänen: Gestaltung und Schutz, Nutzung, und Verkehr. Anhand einiger Beispiele zeigte ein Vertreter eines Planungsbüros konkrete Überlegungen der Gemeinde für Zonen-Umgestaltungen für Eggersriet und Grub SG. So sei eine Überlegung, in einer Wohnzone in Eggersriet den Anteil der Gewerbezone zu erhöhen, wie der Vertreter eines Planungsbüros sagte. Das Gewerbe soll wachsen und es muss auf dessen Bedürfnisse eingegangen werden. Eine andere Überlegung sei, bei einem allfälligen Neubau der Schulanlage das Areal dem Wohngebiet höherer Dichte zuzuweisen. Das Hauptanliegen an diesem Abend drehte sich um das Konzept der Innenverdichtung. In Anlehnung auf das vom Bund revidierte Raumplanungsgesetz (RPG) sieht Hochreutener die Zukunft nicht mehr in Einfamilienhäusern, sondern vermehrt in Mehrfamilienhäusern. «Das Schulhaus als auch die Einfamilienhaus-Zonen in Eggersriet haben grosses Potenzial für eine Innenverdichtung.» Weitere Anliegen seien, dass man die Gewässerräume besser schütze und die Lücken der Fussgänger- und Velowege schliesse.

Fragerunde dauerte so lange wie Präsentation

Gleich zu Beginn des Abends wurde betont, dass alle bisherigen Überlegungen der Umgestaltung noch nicht mit den Grundeigentümern abgesprochen wurden. Hochreutener bat die rund sechzig Zuhörer zu kooperieren und nicht seitenlange Beschwerdebriefe einzureichen, damit die Vernehmlassung bis Ende November über die Bühne gehe. So könne der noch bis Ende Jahr amtierende Gemeinderat den Beschluss des Richtplans fällen und der Entscheid müsse nicht an die neuen Kandidaten im neuen Jahr übergeben werden.Die anschliessende Fragerunde dauerte fast so lang wie die Präsentation selbst. Sie zeigte, dass für die Grundeigentümer noch unklar ist, wie die neuen Regelungen sie konkret betreffen werden. Insbesondere technische Fragen zu der benötigten Anzahl Parzellen und Abstandsregelungen für einen Ausbau wurden gestellt. Ein älterer Herr beschwerte sich, dass es keine Unterscheidung zwischen Ein- und Mehrfamilienhaus-Zonen mehr geben werde. Hochreutener konterte, dass ein Dialog mit dem Umfeld noch folgen wird, wies aber auch auf die Möglichkeit hin, von den kommunalen Sondernutzungsplänen Gebrauch machen zu können.