Gemalte Kunst in Seniorenzentren

Theresia Zülligs zwanzigste Ausstellung führte sie mit Landschaftsbildern in Aquarell und Öl erstmals in ein Altersheim. Obwohl sie sich nicht zahlreich zur Vernissage einfanden, zeigen ältere Menschen doch Interesse an Malerei.

Peter Beerli
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Theresia Züllig zeigt im Altersheim Rorschach Landschaftsbilder von Rorschach bis nach Marokko. (Bild: pd)

Theresia Züllig zeigt im Altersheim Rorschach Landschaftsbilder von Rorschach bis nach Marokko. (Bild: pd)

rorschach. Seniorenzentren in der Region laden regelmässig oder gelegentlich zu Ausstellungen ein. Irene Varga von der Gruppe «Art Savour Varga» organisiert die Ausstellungen im Altersheim Rorschach. Zur vom Goldacher Pianisten Arthur Hüberli stimmungsvoll umrahmten Vernissage fanden sich am Freitagabend vierzig Kunstfreunde ein. Darunter waren zwölf der achtzig im Altersheim wohnenden Frauen und Männer.

«Die alten Leute sind abends oft müde und gehen dann nicht mehr gerne aus ihren Zimmern», erklärte uns Brigitta Traber, welche die Ausstellung namens der Heimleitung eröffnete, das Ausbleiben so vieler Bewohnerinnen und Bewohner. «Auch zu musikalischen Darbietungen kommt jeweils, wenn es gutgeht, vielleicht die Hälfte der Bewohnerinnen. Aber wir nötigen halt niemanden, daran teilzunehmen.»

Die Landschaften gefallen

Doch die Seniorinnen und Senioren im Haus zeigen sich an den Bildern interessiert. Sie verfolgten auch diesmal wieder, wie diese gehängt wurden, werden sich in den nächsten Wochen mit diesen teilweise fast täglich bei Tageslicht auseinandersetzen. Sie tun es teilweise kritisch. So berichtete eine Bewohnerin über die vorherige Ausstellung mit Tierbildern in starken, manchmal ungewohnten Farben, den Kopf schüttelnd: «Da war sogar ein blauer Affe ausgestellt.

» Mit der Ausstellung der achtzig Landschaftsbilder von Rorschach bis nach Marokko stösst Theresia Züllig, die Wittenbacher Lehrerin für Werken und Gestalten, bei den Seniorinnen und Senioren auf ein positives Echo. Sie zeigte in ihrer Einführung, dass sie älteren Menschen nachfühlen kann, weiss, dass mit Landschaften Erinnerungen verbunden sind: «In Landschaften lebt, wohnt, wandert man. Man durchstreift sie hie und da bewusst, manchmal oberflächlich.

Unter Bäumen und am Wasser hängt man Gedanken nach, entdeckt zu allen Jahreszeiten immer wieder Neues.» Die Elemente Erde, Luft, Wasser und Feuer würden Landschaftsmalerinnen immer wieder zu neuer Kreativität veranlassen.

Kein Platz für Extremes

Die Wände im Goldacher Seniorenzentrum «la vita» sind zum Hängen grösserer Bilder nicht optimal. Aber auch hier finden von Zeit zu Zeit Ausstellungen statt.

«Wir wählen Bilder aus, von denen wir überzeugt sind, dass sie unsern Bewohnerinnen und Bewohnern gefallen. Extreme Kunst hat keinen Platz», sagt Heimleiter Daniel Giger. Mit den Blumen- und Landschaftsbildern von Maja Kuratli, einer Mitarbeiterin des «la vita», welche das Haus gegenwärtig schmücken, hat man den Nagel auf den Kopf getroffen. Auf vielseitigen Wunsch wurde die Ausstellungsdauer sogar verlängert.

– Im regionalen Pflegeheim werden ausschliesslich Werke gezeigt, welche in den hausinternen Therapien entstehen.