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Geld für Theater und Briefprojekt

Zweimal im Jahr verteilt der Kanton Beiträge aus dem Lotteriefonds. Jetzt hat die erste Tranche fürs laufende Jahr den Kantonsrat passiert. Wie immer erlaubt die Vorlage einen Blick auf aktuelle kulturelle Vorhaben auch in der Stadt.
Reto Voneschen
Das Theater 111 in St. Fiden: Der Kanton unterstützt den weiteren Ausbau der Infrastruktur mit einem Lotteriefondsbeitrag von 14 000 Franken. (Archivbild: Jonny Schai)

Das Theater 111 in St. Fiden: Der Kanton unterstützt den weiteren Ausbau der Infrastruktur mit einem Lotteriefondsbeitrag von 14 000 Franken. (Archivbild: Jonny Schai)

Der St. Galler Kantonsrat hat am Dienstag Beiträge aus dem Lotteriefonds für alles in allem über 5,5 Millionen Franken bewilligt. Alle 63 Beiträge, die die Regierung beantragt hatte, wurden für einmal diskussionslos gutgeheissen. Zusätzlich hat der offenbar grosszügig gestimmte Rat 500 000 vom Kanton ursprünglich abgelehnte Franken für die Sanierung des Kapuzinerklosters in Mels bewilligt.

Freies Theater fördern

Unter den gesprochenen Lotteriefondsgeldern, die in die Stadt fliessen, fällt ein Beitrag besonders auf. Es sind die 14 000 Franken für den Ausbau der Infrastruktur im Theater 111. Es wird seit Sommer 2013 von professionellen Theaterschaffenden aus Stadt und Region an der Grossackerstrasse 3 betrieben. Dass die Adresse bekannt vorkommt, ist kein Zufall: Hier war bis zum Umzug in die Lokremise das Kinok zu Hause.

Auf die Eröffnung und die Saison 2013/14 hin wurden die ehemaligen Räume des Kinos in ein Theater umgebaut. Dies mit geringen Mitteln und erheblichen Eigenleistungen der Gründer, ihrer Familien und Bekannten. Nachdem der Theaterbetrieb gut angelaufen ist, soll die Infrastruktur weiter ausgebaut werden. Damit soll der Betrieb noch professioneller werden und sich in der städtischen Kulturlandschaft weiter etablieren können.

Geplant sind innerhalb eines Jahres Investitionen in den Bühnenraum, in Foyer und Bar, in die Beleuchtung, in die Tonanlage und in die Werbung. Die Massnahmen sollen alles in allem 28 500 Franken kosten. Der Lotteriefonds übernimmt knapp die Hälfte davon. Dies, weil der Kanton einerseits das grosse Engagement der Betreiber des kleinen Theaters schätzt, andererseits aber auch seine Bedeutung für die freie Theaterszene in Stadt und weiterer Region anerkennt.

Briefe aus dem Mittelalter

Ein Beitrag von 354 200 Franken aus dem Lotteriefonds geht diesmal ans Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St. Gallen. Hinter dem auf den ersten Blick etwas rätselhaften Titel «Interurbane Kommunikation» versteckt sich ein Grossprojekt. Das Stadtarchiv möchte nämlich in den nächsten zehn Jahren die bei ihm vorhandenen Briefe aus den Jahren 1400 bis 1650 erschliessen und allgemein zugänglich machen. Was angesichts von rund 30 000 Dokumenten viel Arbeit machen wird. Allerdings verspricht sich das Archiv davon neue Erkenntnisse über das Leben in der Leinwand-Hochburg St. Gallen im Mittelalter und in der frühen Neuzeit.

Ein Spiegel des Alltags

Die Briefe, die von den Fachleuten «Missiven» (von lateinisch «mittere» oder «schicken») genannt werden, stammen aus jenen Gegenden und Städten, mit denen die Stadtrepublik Handel trieb. Geschrieben wurden sie von Behörden und von Privatpersonen. Sie behandeln die unterschiedlichsten Themen und spiegeln den Alltag der Zeit, aus der sie stammen. Die Briefe sind für alle möglichen Forschungsbereiche von Interesse. Nicht nur Forschungsprojekte über Geschichte, Sprache oder Recht, sondern auch Ahnenforscher können vom Inhalt profitieren. Und nicht zuletzt lassen die «Missiven» auch Rückschlüsse auf die internationale und wirtschaftliche Vernetzung der alten Stadt St. Gallen zu.

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