Geld für ein neues Pfadiheim

Die Wittenbacher Stimmbevölkerung hat das Budget 2015 genehmigt. Trotz angespannter Finanzlage und eines Defizits trägt die Gemeinde den Neubau des Pfadiheims finanziell mit.

Sebastian Schneider
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Die Baracken der Pfadiabteilungen PP Erlach und Falkenstein in Hofen werden durch einen Neubau ersetzt. (Bild: Urs Bucher)

Die Baracken der Pfadiabteilungen PP Erlach und Falkenstein in Hofen werden durch einen Neubau ersetzt. (Bild: Urs Bucher)

WITTENBACH. «Das ging ja zügig», meint eine Stimmbürgerin. «Ja, ja», bestätigt ihr Mann, der sich mit ihr am Montagabend, circa 21.30 Uhr, auf den Heimweg machte. Rund 90 Minuten zuvor wurde die Bürgerversammlung der Primarschulgemeinde und der Politischen Gemeinde Wittenbach eröffnet. Diskutiert wurde im Oberstufenzentrum Grünau kaum. Trotz eines hohen Defizits winkte die versammelte Stimmbevölkerung das Budget 2015 durch. Von 244 anwesenden Stimmberechtigten passte nur jemandem der Voranschlag nicht. Und auch der gleichbleibende Steuerfuss von 145 Prozentpunkten wurde mit nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung genehmigt.

Lautloser Vertrauensbeweis

Mit den Worten «schön, dass so viele gekommen sind» wurden die Wittenbacher von Schulratspräsidentin Ruth Keller begrüsst. «Viele» sind 4,07 Prozent der 6003 Stimmberechtigten. Und die «vielen» blieben bei den Ausführungen von Gemeindepräsident Fredi Widmer ziemlich ruhig. Nur ein Husten war hie und da zu hören. So wollte sich auch niemand zu Wort melden, als die Möglichkeit dafür geboten wurde. Das klare Resultat bei der anschliessenden Abstimmung wertete Widmer dann als «Vertrauensbeweis an Gemeinderat, Geschäftsprüfungskommission und Verwaltung».

Kanton belastet Kasse

Das Sparprogramm des Kantons treffe die Gemeinde Wittenbach «nachhaltig», sagte Widmer in seinen Erläuterungen. Vor allem die Pflegefinanzierung, die alle Gemeinden seit diesem Jahr vollumfänglich tragen müssen, belaste die Kasse. Es sei notwendig, 1,5 Millionen Franken dafür zu budgetieren, erklärte Widmer. Und vor allem wegen weiterer Sparübungen des Kantons übersteigen die Mindereinnahmen die Einsparungen. Daraus resultiert ein Defizit von 916 704 Franken bei einem Aufwand von rund 45 Millionen Franken.

Im kommenden Jahr sieht der Wittenbacher Gemeinderat kleinere Investitionen vor. Von den insgesamt 4,5 Millionen Franken gehen 300 000 an die Pfadiabteilungen PP Erlach und Falkenstein. Die Jugendvereine werden sich zusammenschliessen und ein gemeinsames Pfadiheim unterhalten. Der neue Treffpunkt der Wölfli und Pfader kostet planmässig 950 000 Franken.

Bushäuschen, Bänkli, Robidog

Wortmeldungen aus der Versammlung gab es nach den Abstimmungen doch noch. Dabei wurden «nicht überlebenswichtige» Dinge angesprochen: Das fehlende Wartehäuschen an der Haltestelle Zentrum Richtung St. Gallen etwa. «Noch vor dem Einschneien» soll es aufgerichtet sein, versicherte Widmer und sprach von Glück, dass der Winter bis jetzt auf sich warten liess. Weiter stören einzelne Bürger fehlende Bänkli auf dem Zentrumsplatz, ein fehlender Robidog oder neue Kandelaber, die mit LED-Lampen das Licht in der Nacht verschmutzen und nachtaktive Tiere vertreiben.

Ohne Gegenstimme genehmigt

Einen ähnlichen Verlauf nahm die Versammlung der Primarschulgemeinde Wittenbach, die vor den Geschäften der Politischen Gemeinde abgewickelt worden war. Das Budget von 12,46 Millionen Franken wurde gar ohne Gegenstimme genehmigt. Präsidentin Ruth Keller bedankte sich für das Vertrauen.