Geld für acht gute städtische Ideen

Eine Sauna in der Frauenbadi, eine Bienenausstellung, ein Spielplatz für behinderte Kinder: Diese und weitere Projekte aus der Stadt hat die St. Galler Kantonalbank im Rahmen ihres Jubiläumswettbewerbs ausgezeichnet. Aber auch die nicht prämierten Ideen haben noch eine Chance.

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In der Frauenbadi soll im Winter 2018 eine Sauna eröffnen. (Bild: Michel Canonica)

In der Frauenbadi soll im Winter 2018 eine Sauna eröffnen. (Bild: Michel Canonica)

Mit einer solchen Fülle an Ideen hätte die St. Galler Kantonalbank nicht gerechnet. Im ganzen Kanton sind 338 Projekte eingereicht worden, anlässlich des 150-Jahr-Jubiläumswettbewerbs der Bank. 37 Gewinner-Projekte stehen fest (siehe gestrige Ausgabe), acht davon kommen aus der Stadt St. Gallen. Unterstützt wird zum Beispiel der Bau einer Sauna in der Frauenbadi auf Drei Weieren. Der städtische Bienenzüchterverein erhält Geld für eine permanente Bienen-Ausstellung. Gefördert wird auch ein Sterbehospiz mit sieben Plätzen in der Villa Jacob, ein behindertengerechter Spielplatz für die Kinder der CP-Schule, eine Kinderbaustelle in der Lachen, eine Neuausrichtung der Herberge zur Heimat, eine Zwischennutzung auf dem Güterbahnhof-Areal sowie ein Projekt, um Wünsche von Seniorinnen und Senioren zu erfüllen (siehe Texte links und rechts).

Bis zu 100 000 Franken

Wie viel Geld die einzelnen Projekte erhalten, ist gemäss Kantonalbank-Mediensprecher Simon Netzle noch offen. Der Finanzbedarf sei je nach Projekt sehr unterschiedlich, ebenso der Detaillierungsgrad. Einige Initianten hätten schon ein ausführliches Konzept mit konkreten Zahlen eingereicht, bei anderen sei noch nicht klar, wie hoch der Finanzbedarf sei. Klar ist aber die Obergrenze: Maximal 100 000 Franken stellt die Bank pro Projekt zur Verfügung.

Die Sitzbank geht leer aus

Beim Wettbewerb machten auch einige unkonventionelle Ideen mit. So wollte ein Landschaftsarchitekt auf Drei Weieren eine lange Sitzbank aufstellen, und ein Informatiker wollte den «St. Galler Taler» einführen, eine Währung, mit der zweckgebundene Spenden an Obdachlose möglich würden. «Die von uns ausgezeichneten Projekte entsprachen den vorgegebenen Kriterien am besten», sagt Simon Netzle von der Kantonalbank. Ob eine Idee unkonventionell sei oder nicht, das sei keine Anforderung gewesen und von der Jury nicht bewertet worden.

Aber auch die Sitzbank, der «St. Galler Taler» und die anderen nicht berücksichtigen Projekte erhalten noch einmal eine Chance. Die Kantonalbank hat nämlich beschlossen, all jene Wettbewerbsteilnehmer zu unterstützen, die über die Crowdfunding-Plattform Wemakeit erfolgreich Geld für ihr Projekt sammeln. Ist ein Drittel des benötigen Geldes beisammen, finanziert die Bank das zweite Drittel mit bis zu 10 000 Franken. Netzle: «Es sind Projekte mit Mut und Herz, sie haben eine zweite Chance verdient.» (rbe)