Geisterhafte Zaungäste

Es war ein kurzes Gastspiel: Der Schnee bereits wieder von gestern. Auch die Zaungäste blieben nicht lange. Sie trafen an jenem trüben Januarabend vergangener Woche auf dem Gelände der Universität St. Gallen ein. Sonderbare, geradezu geisterhaft anmutende Besucher.

Brigitte Schmid-Gugler
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Innert weniger Stunden zauberten Schneegestöber, eisige Temperaturen und Wind eine bizarre Szene an den hohen Zaun beim HSG-Spielfeld. (Bild: Brigitte Schmid-Gugler)

Innert weniger Stunden zauberten Schneegestöber, eisige Temperaturen und Wind eine bizarre Szene an den hohen Zaun beim HSG-Spielfeld. (Bild: Brigitte Schmid-Gugler)

Es war ein kurzes Gastspiel: Der Schnee bereits wieder von gestern. Auch die Zaungäste blieben nicht lange. Sie trafen an jenem trüben Januarabend vergangener Woche auf dem Gelände der Universität St. Gallen ein. Sonderbare, geradezu geisterhaft anmutende Besucher. Am Rande des Spielfelds neben der Sporthalle reihten sie sich auf. Standen dort Kopf an Kopf und starrten reg- und wortlos auf die unberührte weisse Decke vor ihnen.

Dick verpackt und vom ewigen Warten auf den Anpfiff ein bisschen aufgedunsen, wurden sie alsbald verschluckt von der einbrechenden Abenddämmerung. Am nächsten Morgen waren sie verschwunden. Keine ausgebrannten Petarden, keine Rauchschwaden, keine zerfetzten Banner, kein Widerhall eines Lamentos von beleidigten Leberwürsten. Der schneebedeckte (Kunst-)rasen nach wie vor unversehrt. Schneegestöber und Wind hatten den hohen Schutzzaun gegen die Strasse hin für wenige Stunden in ein bizarres Bilderbuch verwandelt. Geschichten von verlorenen und anderen Spielen fallen einem da sofort zuhauf ein.

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