Gehrer und Haag im Gleichschritt

2008 waren die Regierungsratswahlen der grosse Triumph von Karin Keller-Sutter. Damals entschied sie alle Wahlkreise für sich. Die heutige FDP-Ständerätin gewann in 86 von 88 Gemeinden. Nur Wittenbach und Rapperswil-Jona waren die Bastionen, die sie nicht einnehmen konnte.

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Blumen für den Besten: Martin Gehrer. (Bild: Regina Kühne/ky)

Blumen für den Besten: Martin Gehrer. (Bild: Regina Kühne/ky)

2008 waren die Regierungsratswahlen der grosse Triumph von Karin Keller-Sutter. Damals entschied sie alle Wahlkreise für sich. Die heutige FDP-Ständerätin gewann in 86 von 88 Gemeinden. Nur Wittenbach und Rapperswil-Jona waren die Bastionen, die sie nicht einnehmen konnte.

Und 2012? Diesmal dominierte kein Mitglied der Regierung die Wahlen in Karin Keller-Sutters Stil. Martin Gehrer und Willi Haag teilten sich die Wahlkreise schon beinahe brüderlich. Im Gleichschritt sammelten sie die Stimmen zur Wiederwahl. FDP-Mann Willi Haag schwang in vier Wahlkreisen (Rorschach, Werdenberg, Sarganserland und Toggenburg) obenaus, Gehrer von der CVP in deren drei (St. Gallen, Rheintal und Wil). Nur in einem Wahlkreis mussten Haag und Gehrer einem Kollegen den Vortritt lassen. Der Wahlkreis See-Gaster erwies sich als Beni Würths Bastion. Er setzte sich in sämtlichen 14 Gemeinden durch. In seiner Wohngemeinde Rapperswil-Jona vereinigte Würth 5636 Stimmen auf sich. Auf Rang zwei folgte dort der neugewählte Martin Klöti von der FDP, ehemals Rapperswiler Stadtrat.

Hanselmann auf Rang eins

Richtet sich der Blick auf die Resultate in den einzelnen Gemeinden, zeigt sich, dass nicht überall Gehrer oder Haag zuvorderst stehen. So erzielte in der Kantonshauptstadt SP-Regierungsrätin Heidi Hanselmann mit 14 002 Stimmen das beste Ergebnis. Gerade in St. Gallen zeigte sich auch, weshalb SVP-Mann Michael Götte unter dem Strich ein schlechteres Ergebnis erzielte als Fredy Fässler von der SP. Natürlich war zu erwarten gewesen, dass Fässler in seiner Heimatgemeinde besser abschneiden würde als Götte – aber die Differenz von 6169 Stimmen fiel doch sehr deutlich aus. Die Resultate fördern weiter zutage, dass Götte im Vergleich mit Fässler in den Städten meist den kürzeren zog. Selbst in den ländlichen Gebieten gelangen dem Gemeindepräsidenten von Tübach nur wenig überzeugende Ergebnisse.

Häggenschwil straft Kölliker ab

Lange musste Stefan Kölliker um seine Wiederwahl zittern. Nur relativ knapp blieb er am Ende über dem absoluten Mehr von 61 876 Stimmen. In der Kantonshauptstadt zum Beispiel landete der SVP-Bildungsdirektor mit 6955 Stimmen auf dem zweitletzten Platz. Nicht besser erging es Kölliker in Wil. In beiden Städten schnitt jeweils nur noch sein Parteikollege Götte schlechter ab. Richtiggehend abgestraft wurde er in Häggenschwil, wo nur gerade 81 Wähler für ihn stimmten. Selbst in seiner Heimatgemeinde Bronschhofen reichte es Kölliker nur zu Rang sechs.

Immerhin auf das «SVP-Land» konnte sich Kölliker verlassen. In den Gemeinden Eichberg, Oberriet, Rüthi und Flums verhalfen ihm die SVP-Wähler zum ersten Rang. Markus Scherrer