Gegenseitiges Ergänzen gefragt

In Steinach wird die Jugendarbeit intensiviert. Es besteht sowohl ein ökumenisches Angebot als auch eines von Seite der Gemeinde. Letzteres stützt sich auf eine Leistungsvereinbarung mit der Kinder- und Jugendarbeit Arbon.

Fritz Heinze
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Kinder beim Spielen in der Badi Steinach im Rahmen der «aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit». (Bild: Fritz Heinze)

Kinder beim Spielen in der Badi Steinach im Rahmen der «aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit». (Bild: Fritz Heinze)

STEINACH. Nachdem die Suche im vergangenen Jahr nach einem Jugendlokal in Steinach gescheitert war und die katholische Pfarrei den Jugendraum im Kellergeschoss des Pfarreiheims reaktivierte, hat sich die Gemeinde von einem derartigen Projekt distanziert. Noch während der vergangenen Legislaturperiode wurde vom damaligen Gemeinderat mit der Stadt Arbon ein Leistungsvertrag betreffend Jugendarbeit in der Gemeinde Steinach unterzeichnet. Die Kinder und Jugendlichen haben bezüglich der Wahl ihrer Aktivitäten nun zwei Möglichkeiten. Einerseits diejenige der Kirchen und auf der anderen Seite jene der Gemeinde, die auf der Basis der «aufsuchenden Jugendarbeit» läuft.

Mit Spielen in der Badi

Die Akzeptanz von Gabriele Eichenberger, der Arboner Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit, ist in Steinach vorhanden. Man kennt sie. Kinder und Mütter nehmen die Möglichkeit für einen Spielnachmittag in der «aufsuchenden Kinder- und Jugendarbeit» wahr. Etwa in der Badi Steinach. Mit einer vorangehenden Werbung in der Schule und in der Badi habe sie den Spielnachmittag angekündigt, sagte Gabriele Eichenberger. Mit Outdoor- und Bewegungsspielen sowie Malmaterial rückte sie in der Badi an. Ihre Einsätze befinden sich noch in der Evaluationsphase. Dazu die Jugendarbeiterin: «Ich bin noch am Ausprobieren. Es kommt jetzt ganz auf die Bedürfnisse der Kinder an.»

Auf dem Platz anwesend ist auch Barbara Müller mit ihren zwei Söhnen im Alter vom viereinhalb und sechseinhalb Jahren. «Über die Arbeit der Kinder- und Jugendarbeit Arbon in Steinach bin ich informiert. Doch nun möchte ich mich über das Angebot informieren und wissen, wie oft Anlässe stattfinden», sagt sie. Wichtig sei ihr natürlich, dass ihre beiden Söhne am Mitspielen Spass hätten, ergänzt sie.

Mit Steinacher Signet

Wie sieht die Zukunft der Steinacher Jugendarbeit aus? Aus der Sicht von Gabriele Eichenberger sei es nicht das Ziel, dass sich die beiden Organisationen der Jugendarbeit gegenseitig finden, sondern dass die ganze Gemeinde ein vielfältiges Programm anbieten könne. Das Motto lautet, sich in der Jugendarbeit gegenseitig zu ergänzen. Auf die Frage, ob sich die Arboner Jugendarbeit längerfristig auch optisch in Steinach integriere, sagte Gemeinderat und Präsident der Jugendkommission Andreas Müller, dass darüber schon diskutiert worden sei. Es betreffe das Logo und allenfalls eine eigene Internetseite, doch da würden die Meinungen aktuell noch auseinandergehen. Auch er spricht sich für eine klar erkennbare Steinacher Jugendarbeit aus. «Das Thema wird an der nächsten Sitzung der Jugendkommission besprochen und anschliessend in den Gemeinderat gehen», sagt Müller. Längerfristig werde die Arboner Jugendarbeit in die Gemeinde optisch integriert, mit gut sichtbarem Steinacher Signet.

Für die Oberstufe sieht das Konzept der Gemeinde kein Arbeitsprojekt mit Nachmittags-veranstaltung vor. Anders sehe es bei der Alkoholprävention aus, die in Zusammenarbeit mit dem Kanton vorgesehen sei. Ein Jugendraum, vergleichbar mit dem JackPoint von ökumenischen Seite, stösst bei der Gemeinde auf Ablehnung. Ein solcher sei bei der Jugend nicht gefragt, meinen die Fachleute. «Das Bedürfnis muss von den jungen Leuten dokumentiert werden», sagt Gemeinderat Andreas Müller. Sollte das der Fall sein, käme die Gemeinde darauf zurück. Er sieht aber die vermehrte Aktivierung des JackPoints oder allenfalls eine diesbezügliche Zusammenarbeit zwischen der ökumenischen Jugendarbeit und jener der Gemeinde.

Aus der Sicht von Gaby Greutert, Präsidentin der ökumenischen Jugendkommission, funktioniert die Zusammenarbeit zwischen den Organisationen gut. «Es ist noch alles im Aufbau. Aber auf eine gute Kommunikation zwischen uns muss noch geachtet werden.» Gute Noten erhalte Steinach mit den zwei Konzepten der Jugendarbeit jedenfalls vom Kanton. Diese würden von den Fachstellen als eine optimale Lösung betrachtet, bekräftigt Gemeinderat Andreas Müller.