Gegen vorschnellen Abbruch

ARBON. Die Stadt verhängt eine Planungszone über die Metropol-Parzelle. Damit wird ein möglicher Abbruch des Hotelkomplexes mindestens für die nächsten zwei Jahre abgewendet. Parlamentariern geht dieser Beschluss zu wenig weit.

Max Eichenberger
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Zwei Jahre Zeitgewinn würde eine Planungszone auf dem Metropol-Areal schaffen. (Bild: Max Eichenberger)

Zwei Jahre Zeitgewinn würde eine Planungszone auf dem Metropol-Areal schaffen. (Bild: Max Eichenberger)

Publiziert worden ist die öffentliche Planauflage am Freitag. Eine Woche zu früh sei die Anzeige disponiert worden, so die Auskunft im Stadthaus. So hätte auch die Auflagefrist nicht schon am 21. September beginnen sollen wie vermerkt, sondern erst heute Freitag.

HRS enger an die Zügel nehmen

Die Publikation hat in politischen Kreisen jedoch bereits aufhorchen lassen. Ein überparteiliches Komitee hatte über eine Motion eine Planungszone über das Metropol-Areal selber sowie weitere drei angrenzende Parzellen bis zur Überbauung Seepromenade verlangt. Eine davon gehört der Stadt, bei den übrigen ist HRS am Zug, eines der «Filetstücke» am See zu entwickeln.

Die Eigentümerin soll so eng an die Zügel genommen werden können bei ihren Überbauungsplänen, erklärten die Urheber des Vorstosses. An dieser Lage brauche es ein Gesamtkonzept, das auch die Interessen der Stadt Arbon berücksichtigt. Ansonsten befürchten sie, dass jede Ecke mit Eigentumswohnungen überstellt wird.

Mehr Einfluss sichern

Die projektierten Zwillings-Wohnbauten auf dem ehemaligen Osterwalder-Areal und der angrenzenden HRS-Parzelle könnten da den Anfang machen. Das vor längerem von HRS eingegebene Baugesuch hat die Abteilung Bau noch nicht behandelt. Über das gesamte Gebiet besteht Gestaltungsplanpflicht. So sieht es der Zonenplan vor.

Spitzenvertreter der vier Fraktionen im Arboner Stadtparlament wollen mit einer Planungszone mehr Einfluss für die Stadt bei der Neugestaltung des Areals schaffen. Das Parlament hatte mit einer grossen Mehrheit die Motion überwiesen, wartet aber immer noch auf die Antwort des Stadtrates. Der Stadtrat erklärt nun vorab die heikelste Parzelle mit den Metropol-Bauten zur Planungszone.

Abbruch vorläufig abgewendet

Damit wäre sichergestellt, dass mindestens während der nächsten zwei Jahre kein Abbruch erfolgt und – davon gehen die Motionäre aus – eine Übergangslösung mit dem vorläufigen Weiterbetrieb des Hotels mit Restaurant gewährleistet bleibt. Nach dem Erwerb des Metropols durch HRS von der Migros hat die neue Eigentümerin ihre Absicht kundgetan, eine Neuüberbauung mit Eigentumswohnungen, ohne Hotel, dafür mit einem Gastrobereich zu planen. Gegen eine solche Nutzung liefen viele Arboner Sturm. 4000 haben eine Petition für den Erhalt eines Hotelbetriebs unterschrieben.

Daraufhin schaltete sich das Parlament ein und machte Druck auf den Stadtrat, die öffentlichen Interessen gegenüber HRS mit Nachdruck zu vertreten. Alle Möglichkeiten seien auszuschöpfen, an diesem Standort einen Hotelbetrieb zu sichern. Die Stossrichtung der Motion gehe in Richtung einer Gesamtplanung, unterstreichen Andrea Vonlanthen (SVP) und Kaspar Hug (CVP).