Gegen Überwachungsorgie im Internet

«Wo im Internet mit multimedialen Inhalten Geld verdient wird, muss dieses auch fair mit den Urhebern geteilt werden.» Für sich allein genommen hätte der Satz ebenso gut von einem Mitglied der Piratenpartei stammen können.

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«Wo im Internet mit multimedialen Inhalten Geld verdient wird, muss dieses auch fair mit den Urhebern geteilt werden.» Für sich allein genommen hätte der Satz ebenso gut von einem Mitglied der Piratenpartei stammen können. Leider aber beschränken sich die Forderungen des Vereins Musikschaffender nicht nur auf diese (berechtigte) Forderung. Auf seiner Webseite wird vielmehr gefordert, dass File sharing besser verfolgt wird und Provider unerwünschte Inhalte sperren müssen. Die Musikschaffenden wollen die für sie positiven Eigenschaften des Vor-Internet-Zeitalters mittels rechtlichen Mitteln wieder herstellen: Einen Markt, der den selben Regeln wie bei materiellen Dingen folgt. Die Möglichkeit, Musik so zu verkaufen wie der Bäcker seine Brötchen. Ausser acht gelassen wird, dass die Durchsetzung solcher Regeln für immaterielle Güter einen riesigen Überwachungsapparat bedingen würde. Das Internet, so wie wir es heute kennen, wäre damit Geschichte.

Bereits heute sind 3D-Drucker für Private erschwinglich. Es können Comic-Figuren, Masken und Ersatzteile aus dem Internet geladen und gedruckt werden. Es ist realistisch, dass bald Lego-Bausteine zu Hause hergestellt werden können. Wollen wir diese Fortschritte auch blockieren oder anerkennen wir, dass sich die Zeiten geändert haben und die Spielregeln geändert werden müssen? Ich hoffe auf Letzteres.

Die Lösung der Piratenpartei lautet: Die nichtkommerzielle Vervielfältigung von Werken soll legalisiert werden. Schlicht, weil der von der Gesellschaft zu tragende Schaden einer konsequenten Durchsetzung der Regeln den Nutzen übersteigt. Schutzrechte im kommerziellen Umfeld bleiben unberührt, da sie durchsetzbar sind. Ich bin mir sicher: Wir als Gesellschaft, inklusive und insbesondere die Kreativen unter uns, werden davon profitieren.

Reto Schneider

Kandidat Stadtparlament SG

Piratenpartei

Ladhuebstr. 13c, 9300 Wittenbach

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