Gegen das Licht fotografiert

Der Fotoklub der Migros-Klubschule präsentiert in einer Ausstellung die besten Fotografien aus dem vergangenen Jahr. Die Teilnehmer haben Bilder zum Motto «Gegenlicht» geschossen.

Mirjam Bächtold
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Schneehügel im Gegenlicht: Hans Adelmann hängt seine Bilder auf. (Bild: Mirjam Bächtold)

Schneehügel im Gegenlicht: Hans Adelmann hängt seine Bilder auf. (Bild: Mirjam Bächtold)

Fotografiere nie gegen das Licht! Diesen Satz hören Anfänger meist als erstes, wenn sie zu einer Kamera greifen. Nicht so die Mitglieder des Fotoklubs der Migros-Klubschule. Sie machten das Gegenlicht gar zum Motto ihrer neuen Fotoausstellung, die morgen abend eröffnet wird. «So zu fotografieren, wie man nicht sollte, macht gerade den Reiz aus», sagt Peter Greber, Gründer und Mitglied des Fotoklubs.

Licht als Gestaltungsmittel

Trotzdem könne man nicht einfach eine Kamera gegen ein helles Fenster halten und abdrücken. Im Fotoklub werden für jedes Thema gewisse «Spielregeln» festgelegt, an die sich die Mitglieder halten. «Das Gegenlicht soll als Gestaltungsmittel eingesetzt werden», sagt Greber. Als Beispiel zeigt er auf ein Bild mit einer Kuh, die auf einer Alpwiese liegt. Ihre Ohren sind von einem Lichtkranz umgeben. «Das wäre ohne Gegenlicht nicht möglich gewesen.»

Sobald der Fotoklub ein Thema gewählt hat, machen sich die Mitglieder selbständig an die Arbeit. Der Fotoklub ist kein Kurs, sondern richtet sich an Hobbyfotografen. «Wir treffen uns drei- bis viermal im Jahr, besprechen unsere Bilder und geben uns gegenseitig Verbesserungsvorschläge», sagt Greber. Wer will, präsentiert die schönsten Bilder in einer Ausstellung.

Australischer Sonnenuntergang

Barbara Herzer hat die Kamera für ihre Bilder direkt auf die Lichtquelle gerichtet. Eine Fotografie ist ganz in Orangetönen gehalten, ein Flugzeug startet vor dem australischen Sonnenuntergang in Sydney. Herzer fotografiert seit etwa 55 Jahren. Damals noch ohne Belichtungs- und Distanzmesser. Heute macht sie ihre Bilder mit einer Digitalkamera. «Wenn ich fotografiere, versuche ich, ein Bild zu schiessen, das etwas aussagt.»

Hans Adelmanns Fotografien sind schwarzweiss und bilden einen Kontrast zum orangen Sonnenuntergang. Er hat Schneeverwehungen im Appenzellerland fotografiert. Drei Farbbilder zeigen das gleiche Sujet: Schneehügel in blauen oder orangen Tönen. «Farbbilder haben schon ihren Reiz, aber das Klassische sind halt die Schwarz-Weiss-Aufnahmen», sagt Adelmann. Die Faszination für sein Hobby sind die Natur und dass er dabei neue Menschen kennenlernt. Auch er fotografiert seit etwa 55 Jahren. «Die Digitalfotografie ist praktisch, aber man gab sich früher viel mehr Mühe.

» Die Bilder sollten nicht zur Massenware werden.

Ausstellung vom 21. Mai bis 25. Juni, Bahnhofgebäude, 2. Stock