Gefängnis nach Messerstichen gegen Freund

ST.GALLEN. Das Kreisgericht St.Gallen hat eine 31-jährige Schweizerin wegen schwerer Körperverletzung zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 30 Monaten verurteilt. Die Frau soll Mitte 2012 ihren Partner zwei Mal im Streit mit einem Küchenmesser verletzt haben.

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Das Kreisgericht hat für die Frau eine Psychotherapie angeordnet. (Bild: Archiv/Sam Thomas)

Das Kreisgericht hat für die Frau eine Psychotherapie angeordnet. (Bild: Archiv/Sam Thomas)

Laut dem am Freitag bekanntgegebenen Urteil muss die Frau die Hälfte der Freiheitsstrafe absitzen, also 15 Monate. Zudem sprach das Kreisgericht eine Busse aus und auferlegte der Verurteilten rund 66'000 Franken Verfahrenskosten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Darf Ex-Partner nicht mehr sehen
Laut dem Entscheid des Gerichts muss die Frau eine Psychotherapie absolvieren und sich an ein absolutes Alkohol− und Drogenverbot halten. Zudem darf sie ihren ehemaligen Partner nicht mehr treffen. Während einer zweijährigen Probezeit erhält sie eine Bewährungshilfe.

Die Staatsanwaltschaft hatte in der Verhandlung vom 29. Januar eine teilbedingte Freiheitsstrafe von drei Jahren verlangt. Gemäss Anklage hatte die Frau Mitte 2012 in Arnegg Streit mit ihrem um fünf Jahre älteren Partner. Dabei soll sie ihm ein Küchenmesser in den Bauch gerammt haben.

Verletzten im Bad eingeschlossen
Die Verletzung war zwar nicht lebensgefährlich, machte aber eine Operation nötig. Nach der Messerattacke soll die Frau den Mann während mindestens zehn Minuten im Bad eingeschlossen haben. Erst danach habe sie den blutenden Verletzten mit dem Auto ins Spital gebracht. Beim zweiten Mal soll die Frau nach einem Streit mit einem Tomatenmesser auf ihren Partner losgegangen sein und ihm die gut zehn Zentimeter lange Klinge in den Oberkörper gestochen haben. Wieder musste der Verletzte operiert werden.

Die Beschuldigte erklärte vor Gericht, sie habe ihren Partner aus Versehen verletzt. Beim ersten Zwischenfall habe sie dem Mann eine Szene gemacht, weil sie eifersüchtig gewesen sei. Er habe sie erschreckt, als sie gerade dabei gewesen sei, einen Landjäger aufzuschneiden. Dabei habe sie ihn ungewollt mit dem Messer am Bauch verletzt.

Aus Versehen verletzt
Auch beim zweiten Mal, als sie betrunken gewesen sei, habe sie den Mann in einem Gerangel versehentlich verletzt, sagte sie. "Er wollte mir das Tomatenmesser aus der Hand nehmen, weil ich gedroht hatte, dass ich mich damit umbringe", sagte sie vor Gericht. Gemäss dem Verteidiger soll auch der Partner erklärt haben, die Frau habe ihn nicht verletzen wollen. Der Verteidiger beantragte eine teilbedingte Freiheitsstrafe von höchstens 18 Monaten, zur Hälfte vollziehbar.

Die Frau verbrachte nach den Messerattacken knapp fünf Monate in Untersuchungshaft. Diese werden ihr an die Strafe angerechnet. Nach der Untersuchungshaft ging sie für ein Jahr in eine stationäre Therapie. Seit ihrer Entlassung ist sie im vorzeitigen Massnahmenvollzug. (sda)

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