GEFÄLLTE BÄUME: «Bravo, Herr Eberle»

Die gefällten Bäume im Steinacher Quartier Böllentretter bewegen im Netz: Viele Kommentatoren zeigen Verständnis für das Handeln des Anwohners. Am Dienstag will der Gemeinderat seinen Entscheid bekannt geben.

Linda Müntener
Merken
Drucken
Teilen
Der Mann, der die Baumfällaktion in Steinach in Auftrag gegeben hat, erntet im Internet von vielen Kommentatoren Lob. (Bild: Rudolf Hirtl)

Der Mann, der die Baumfällaktion in Steinach in Auftrag gegeben hat, erntet im Internet von vielen Kommentatoren Lob. (Bild: Rudolf Hirtl)

Es brodelt in Steinach. Nachdem sich Norbert Eberle in einem offenen Brief  zu den Beweggründen seiner Baumfällaktion geäussert hat, gehen die Emotionen hoch. Waren viele zunächst empört darüber, dass er das Fällen der drei Bäume ohne Einverständnis der Gemeinde als Eigentümerin in Auftrag gegeben hatte, stellen sich online nun viele Kommentatoren hinter ihn. Es gibt es sogar Applaus. «Bravo, Herr Eberle. Sie haben Rückgrat bewiesen», schreibt ein Tagblatt-Leser auf Facebook.
Norbert Eberle hat vor gut einer Woche zwei Buchen und eine Eiche auf Boden der Gemeinde im Quartier Böllentretter fällen lassen. Der Anwohner schildert in seinem offenen Brief, dass er die Gemeindeverwaltung schon seit Jahren ersucht habe, die Bäume besser zu pflegen und zu stutzen. Diese sei trotz mehrmaliger Nachfragen untätig geblieben. Das Laub hätten die Anwohner immer selber wegräumen müssen. Eberle habe der Gemeinde seine Fällaktion angekündigt und deren Schweigen als stillschweigende Zustimmung gedeutet. «Wenn die Überheblichkeit der Ämter gegenüber dem Bürger zu gross wird, muss man handeln», schreibt ein Leser dazu.

«Es gibt aber einen Unterschied zwischen Zurückschneiden und Fällen», entgegnet eine Leserin. Für einen anderen Kommentator ist der Fall klar: «Die Gemeinde hatte nicht den Mut, die Bäume zu fällen und einen Dummen gesucht, der die Verantwortung übernimmt und vermutlich auch zahlt.» Die User machen ihrem Ärger über die Verwaltung in zahlreichen Kommentaren Luft. «Ich dachte mir sofort, dass es in diese Richtung ging und die zuständigen Personen dachten, sie sitzen am längeren Hebel», schreibt jemand. Ein anderer fragt: «Was ist das für eine Gemeindeverwaltung? Wird auch in anderen Bereichen so geschlampt und getrödelt?»

Steinachs Gemeindepräsident Roland Brändli will auf Anfrage keine Stellung zu den im offenen Brief erhobenen Vorwürfen nehmen. Er verweist auf die Gemeinderatssitzung vom Montagabend, an der die Ratsmitglieder das weitere Vorgehen besprechen. Am Dienstag soll bekannt gegeben werden, ob der Gemeinderat Anzeige gegen Norbert Eberle erstattet.