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Gefährlicher Ort für Nistplatz

Auch in diesem Jahr brütet in Rorschach ein Schwan direkt neben dem Fussweg bei der Badhütte. Viele Spaziergänger freuen sich darüber. Der Schwan jedoch geht mit diesem Nistplatz grosse Risiken ein.
Alessia Pagani
Dieser Schwan hat nicht gerade den sichersten Nistplatz gewählt. (Bild: Alessia Pagani)

Dieser Schwan hat nicht gerade den sichersten Nistplatz gewählt. (Bild: Alessia Pagani)

RORSCHACH. Graziös sitzt er am Bodenseeufer, sammelt Ästchen vom steinigen Boden ein und bündelt sie sorgfältig in einem Kreis. Immer wieder bleiben Spaziergänger stehen, beobachten die Szene unweit der Badhütte und fotografieren den Schwan. Unbeeindruckt davon lässt dieser das darin liegende Ei nicht aus den Augen. Gemäss Wildhüter Marko Calderara wird jeden Tag ein neues hinzukommen. «Bis schliesslich 5 bis 14 Eier im Nest liegen.» Doch ob alles gut kommt, ist ungewiss: Das ist nicht nur wenige Zentimeter vom Fussweg entfernt, es befindet sich auch gefährlich nahe am Wasser.

Immer dasselbe Tier

Es ist nicht das erste Mal, dass dort ein Höckerschwan nistet. Schon in den Vorjahren stellten die Tiere ihren Brutplatz auf der kleinen Sandbank zur Schau, wie Calderara bestätigt. Der Wildhüter glaubt sogar, dass es sich immer um dasselbe Exemplar handelt. Höckerschwäne würden sehr alt werden, die Lebenserwartung beträgt etwa 20 Jahre. Zudem benutzen Schwanenpaare meist wieder das gleiche Nest.

Vor ungefähr zwei Wochen seien Werkhofmitarbeiter auf den Schwan aufmerksam geworden und hätten dem Wildhüter Meldung erstattet, sagt Eugen Löpfe. Der Sachbearbeiter der Stadtkanzlei Rorschach weiss um die Gefahr, dass das Nest bei Hochwasser weggespült werden kann. «Wir veranlassen aber erst etwas, wenn der Fachmann das sagt», so Löpfe. Dieser sieht keinen Handlungsbedarf. «Der Schwan kennt die Situation. Sprich, dass viele Menschen dort vorbeigehen, dass er gestört werden kann und dass die Gefahr von Hochwasser besteht.» Deshalb sei es auch nicht sicher, ob der Schwan in diesem Jahr dort erfolgreich brütet. Eine mögliche Nestüberschwemmung könnte zwar mit einer Umsiedlungsaktion ausgeschlossen werden. Dies sei aber schwierig, sagt der Wildhüter. «Den Schwan und das Nest 30 Zentimeter zu verschieben ginge, 40 Meter oder mehr ist kaum möglich.» Auch Christian Müller, Präsident der Vogelpflegestation, sieht keinen Handlungsbedarf. Der Fachmann rät, die Situation zu beobachten und, wenn das Wasser steigt, sich bei ihnen zu melden. «Wir würden den Nestplatz dann eventuell mit Paletten erhöhen.»

Bald zu viele Schwäne?

Der Bodensee hat eine relativ hohe Schwanenpopulation. Würde diese stark zunehmen, könnte dies zum Problem werden. Eine Überschwemmung als natürliche Dezimierung der Bestände? «Fehlanzeige», sagt Müller. «Wenn die Eier weggeschwemmt werden, legt die Schwanendame neue.» Dieser späte Nachwuchs ist laut Müller häufig nicht alleine überlebensfähig, und die Tiere werden zur Volière in St. Gallen gebracht.

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