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GASTRONOMIE: Wirtewechsel im "Verdi": Ingrid Wetzold übernimmt und krempelt alles um

Die Weinlounge am Burggraben in St.Gallen wird neuerdings von Ingrid Wetzold geführt. Zuvor betrieb sie mit ihrem Mann das "Trübli". Sie setzt im "Verdi" auf Neues, aber auch auf Altbewährtes.
Arcangelo Balsamo
Ingrid Wetzold ist seit über 30 Jahren in der Gastonomie tätig. (Bild: Urs Bucher)

Ingrid Wetzold ist seit über 30 Jahren in der Gastonomie tätig. (Bild: Urs Bucher)

Ingrid Wetzold ist vor 36 Jahren mit einer Tasche und 20 Franken im Sack in die Schweiz gekommen. «Mir wurde bei der Abfahrt gesagt, dass mich meine neue Chefin am Bahnhof abholen würde. Es hiess, sie sei blond», sagt die gebürtige Niederösterreicherin. Nach eineinhalb Stunden sei eine rothaarige Frau gekommen, um die damals 19-Jährige abzuholen. «Meine 14 Geschwister dachten ja, dass ich bald wieder zurückkomme. Doch diesen Gefallen wollte ich ihnen nicht machen.» Mit Ausnahme eines Aupair-Jahres in Nordamerika und einem Abstecher nach Schaffhausen, lebt sie seither in der Ostschweiz. Nach Wien gehe sie für gewöhnlich einmal im Jahr. «Wenn mich die Leute fragen, wieso ich die Ostschweiz dem schönen Wien vorzog, dann sage ich jeweils, dass ich vor meinen 14 Geschwistern geflohen bin», sagt Wetzold mit einem Augenzwinkern.

In ihrer Heimat hat Wetzold eine Coiffeuse-Ausbildung absolviert. In der Ostschweiz ist sie aber nicht für kreative Haarschnitte bekannt, sondern für ihre Qualitäten als Gastgeberin. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Jürgen, der in der Gastroszene «Wetzi» genannt wird, betrieb sie das «Trübli» an der Goliathstrasse. Nun ist sie Betriebsleiterin der Weinlounge Verdi am Burggraben. Das Lokal befindet sich in denselben Räumen wie die Selection Schwander. Der Pächter des «Verdi», Renato Blättler, fragte Wetzold an, ob sie das Lokal führen wolle. «Ich nahm an, unter der Bedingung, dass wir eine Probezeit von drei Monaten vereinbaren», sagt sie. Blättler willigte ein und liess ihr freie Hand.

Konzept und Interieur umgekrempelt

Die 55-Jährige warf das bisherige Konzept des «Verdi» über den Haufen. Es gibt ein Mittagsmenü und eine kleine Karte mit weiteren Speisen. «Wichtig ist mir dabei die Qualität und dass es sich um saisonale Gerichte handelt.» Auf der Karte befinden sich auch Klassiker aus dem ehemaligen «Trübli», wie beispielsweise das Rindstatar «Wetzi». Ausserdem ist zu den jeweiligen Gerichten auch der passende Wein aus dem Sortiment der Selection Schwander aufgeführt. Ihre Affinität für Wein habe sich während ihrer Zeit im Service entwickelt, sagt Wetzold. «Ich mag sowohl Rot- als auch Weisswein. Ein Glaserl Wein gehört einfach dazu.» Auf Wunsch organisiert sie auch Bankette. «Dann hilft mein Mann mit. Ansonsten führe ich den Betrieb aber alleine.»

Die Änderungen im «Verdi» betreffen nicht nur das Konzept, sondern auch das Interieur. Dem Namen entsprechend hat Wetzold eine Wand hellgrün gestrichen. Die Tischtücher und die Vasen im Lokal sind nun ebenfalls grün. «Ich mag es, wenn das Lokal edel ausschaut.» Noch wichtiger sei es ihr aber, dass der Umgang mit den Gästen locker sei. «Wenn ein Gast alleine da sitzt, dann versuche ich, mit ihm ins Gespräch zu kommen.» Der zwischenmenschliche Aspekt sei einer der Hauptgründe, warum sie gerne in der Gastronomie tätig sei. «Wenn der Kunde lächelnd das Lokal verlässt, dann bin ich auch zufrieden.»

Eine weitere Leidenschaft Wetzolds ist das Schwimmen. Dabei zeigt sie auch einen gewissen Ehrgeiz: «Wadenkrampf hin oder her, bevor ich nicht 100 Längen à 25 Meter geschwommen bin, komme ich nicht aus dem Wasser.» Seit kurzem versucht sie sich zudem im Musizieren. «Ich lerne gerade, Saxofon zu spielen. Das ist ein Kindheitstraum von mir.» Ihr Ziel ist es, in einem Jahr ihren Bruder an dessen Hochzeit mit einem Lied zu überraschen. Dafür müsse sie jedoch noch fleissig üben.

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