Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

GASTKÜCHE: Kochclubs liegen im Trend: In St.Gallen zieht es einen davon sogar in einen Gourmettempel

Die Mitglieder des Kochclubs «s’blaue Chleid» tischen kreative und aussergewöhnliche Menus auf. Am Wochenende sogar bei einem Gastauftritt im St.Galler «Jägerhof».
Nina Rudnicki
Die Mitglieder des Kochclubs "s'blaue Chleid" in Aktion: Pascal Stäheli, Marcel Roduner, Mic Kummer und Odilo Lamprecht (von links). (Bilder: PD)

Die Mitglieder des Kochclubs "s'blaue Chleid" in Aktion: Pascal Stäheli, Marcel Roduner, Mic Kummer und Odilo Lamprecht (von links). (Bilder: PD)

Die einzige Frau im St.Galler Männerkochclub «s’blaue Chleid» ist Ursula. So heisst die Profi-Glacemaschine, die auf dem Fenstersims in der Wohnung von Mic Kummer steht. «Es gibt praktisch keinen Kochabend, an dem wir nicht eigene Glace herstellen», sagt er. «Und selbstgemachte Ravioli, etwa mit Wildschwein-, Käsekräuter- oder Lachsfüllung, gehören ebenfalls fast immer dazu.»

Frauen sind im «blaue Chleid» nicht per se ausgeschlossen. Als Mic Kummer und Odilo Lamprecht vor drei Jahren im Ausgang in einer St.Galler Bar die Idee hatten, einen Kochclub zu gründen, wollten sie diesen einfach auf sich und zwei gute Freunde beschränken. Im Hintergrund lief damals der Song «Jung ­verdammt». Im Refrain wurde der Teufel im roten Kleid besungen. So war spontan der Name für den Kochclub gefunden. Nur die Farbe Rot tauschten die vier gegen die Farbe Blau aus, weil diese ihrer politischen Gesinnung besser entspricht.

Männerkochclubs sind im Trend

Wer den Begriff «Kochclub» googelt, der findet unter dem Stichwort Männer rund 16'000 Einträge. Unter dem Stichwort Frauen sind es gerade einmal knapp 500. «Was einen Männerkochclub ausmacht, kann ich gar nicht genau beschreiben», sagt Mic Kummer. «Die Stimmung ist immer locker und spontan, wir probieren immer neue Rezepte aus und kochen ohne Druck.» Natürlich seien jene Kochabende etwas stressiger, zu denen Gäste eingeladen seien.

Gekocht und gegessen wird jedes Mal zu Hause bei Mic Kummer. «S’blaue Chleid» trifft sich alle eineinhalb Monate an einem Samstag. Jedes zweite Mal wird für Gäste gekocht. Dann tischen die vier jeweils sechs Gänge auf. Vier Gänge gibt es hingegen, wenn sie «nur» für sich ­selber kochen.

Neben Mic Kummer und Odilo Lamprecht gehören Pascal Stäheli und Marcel Roduner zum Kochclub. Die Aufgaben sind klar verteilt: Kummer hat den Lead. Von ihm stammen auch die meisten Rezeptideen. Zusammen mit Odilo Lamprecht übernimmt er den Einkauf auf dem Markt und die Zubereitung der Speisen. Pascal Stäheli und Marcel Roduner sind dafür zuständig, zu den verschiedenen Gängen die passenden Weine auszuwählen, sich um die Gäste zu kümmern und in der Küche zu unterstützen. «Wir sind ein eingespieltes Team und die Abende laufen reibungslos ab», sagt Mic Kummer.

Von Filet Wellington bis Röteli-Glacé

Er zieht sein Smartphone hervor und öffnet das Fotoalbum, um einige der bisherigen Menus zu zeigen. Von Filet Wellington, der Leberterrine, dem gespicktem Braten, einem ganzen Zander aus dem Ofen, Kalbszunge an Weissweinsauce bis zu pochierten, gebackenen Eiern, Capuns und Röteli-Glace ist alles dabei. «Uns ­ist bis jetzt nur einmal eine Suppe misslungen, sonst hat immer alles geklappt», sagt er.

Kummer isst privat gerne und oft in guten Restaurants. Häufig ist er etwa im «Jägerhof» in St.Gallen anzutreffen. Chefkoch Agron Lleshi kennt er persönlich und bekommt von ihm regelmässig Tipps und Rezepte, die er mit dem «blaue Chleid» nachkocht. «Das sind kreative Menus, auf die man als Laie sonst nicht kommen würde und von denen wir sehr viel ­lernen können», sagt er.

Bei einem Besuch von Mic Kummer im «Jägerhof» ist auch die Idee entstanden, einen Event zu organisieren, an dem die Profi-Köche zusammen mit dem «blaue Chleid» kochen. ­Pascal Stäheli, Marcel Roduner, Odilo Lamprecht und Mic Kummer ­werden sowohl Küche als auch ­Service ­während eines Abends unterstützen. Einmal haben sie das geplante Fünf-­Gänge-Menu bereits probegekocht. «Nervös sind wir darum nicht, ­sondern eher voller Vorfreude auf das Special Dinner vom Samstag», sagt Mic Kummer. «Unser Anspruch ist ­dabei aber ganz klar, dass wir das Niveau des ‹Jägerhofs› halten. Am meisten freuen wir uns darauf, ­kochend und servierend einen ­Einblick in den Betrieb zu erhalten und zu sehen, wie die Profis dort arbeiten.»

Special Dinner im Gourmettempel

Am Samstagabend kocht der St.Galler Kochclub «s’blaue Chleid» zusammen mit Gastgeber und Küchenchef Agron Lleshi im Gourmet-Restaurant Jägerhof in St.Gallen. An diesem Special Dinner hat es Platz für rund 50 Gäste. Der Apéro beginnt um 18 Uhr, das Menu wird ab 19 Uhr serviert. Das Fünfgangmenu kostet 130 Franken, die Weinbegleitung zusätzlich 65 Franken. Verteilt auf die fünf Gänge werden unter anderem Rauchlachs mit Apfel, Avocado, Meerrettich und Speck, Kräutersuppe mit Spinatravioli und gebratenen Jakobsmuscheln, Riesencrevetten und Kartoffel­kuchen, Kalbsfilet, Wurzelgemüse, Buchenpilze sowie Mascarpone-Törtchen mit Orangen und Baumnüssen serviert. Reservieren kann man ab sofort direkt beim Restaurant Jägerhof. (nar)

www.jaegerhof.ch

Rindsentrecôte, Salatherzen, Zitronen und rote Zwiebeln.

Rindsentrecôte, Salatherzen, Zitronen und rote Zwiebeln.

Gebratenes Zanderfilet, Sauce Rouille, Raps-Pops und Zitrusfrüchte.

Gebratenes Zanderfilet, Sauce Rouille, Raps-Pops und Zitrusfrüchte.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.