Gastgeber aus Leidenschaft

Seit 15 Jahren wirten Silvia und Peter Runge in der «Villa am See» in Goldach. Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen. Es gebe keinen schöneren Ort, die Gäste zu empfangen, sagen sie.

Andrea Sterchi
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Silvia und Peter Runge haben in der Villa am See ihren Traum verwirklicht. (Bild: Andrea Sterchi)

Silvia und Peter Runge haben in der Villa am See ihren Traum verwirklicht. (Bild: Andrea Sterchi)

GOLDACH. Verstohlen vom See her haben sich Silvia und Peter Runge der Villa am See genähert, um einen ersten Blick auf das Gebäude zu werfen, das möglicherweise ihre Zukunft bedeutete. «Ein verwunschenes Haus in einem schönen Garten. Die Villa schien wie aus einer anderen Welt», beschreibt Silvia Runge ihren ersten Eindruck. Beiden war sogleich klar: «Das ist es, hier wollen wir künftig unsere Gäste empfangen.» Von einem Gast im «Sternen» in Berg, wo sie damals wirteten, hatten sie gehört, dass die Gemeinde Goldach für die Villa einen Pächter suchte. Man wurde sich schnell einig, nur verraten durften die Runges dies vorerst nicht. «Wir erzählten nur, dass wir in eine Villa am See gehen. So ist der Name entstanden», sagt Silvia Runge.

Schon früher ein Restaurant

Ursprünglich war diese unter dem Namen «Seegarten» bekannt. Wer sie gebaut hat, wissen die Runges nicht, nur dass hier schon früher ein Restaurant war. Bevor sie die ersten Gäste empfangen konnten, mussten sie die Villa herrichten. «Wir haben einiges für den Innenausbau investiert», sagt Silvia Runge. Gerade erst habe sie die Agenda von damals durchgeblättert und nachgelesen, was es alles zu organisieren und zu entscheiden gab. «Das würde ich heute gar nicht mehr schaffen», lacht sie.

Man glaubt es ihr nicht ganz, ist doch deutlich zu spüren, dass sie sich mit viel Herz für ihre Gäste engagiert. Das ist es auch, was die beiden die Herausforderungen der heutigen Gastronomie täglich aufs Neue angehen lässt. «Man darf nicht faul sein, die Stunden nicht zählen», sagt Silvia Runge. «Es braucht Leidenschaft», sagt Peter Runge, «man muss Gastgeber aus Leidenschaft sein.» Deshalb legten sie viel Wert darauf, die Vorlieben ihrer Gäste zu kennen. «Das ist es, was einen heute abhebt. Ich weiss genau, welcher Gast keine Rüebli mag und welcher keine Sauce wünscht», sagt Silvia Runge. Vielleicht kommen die Gäste deswegen aus der ganzen Schweiz in die «Villa am See». Auch die Goldacher, die dem abgebrannten Restaurant Rietli nachtrauerten, scheinen sich mit ihr versöhnt zu haben. Das sei kein Thema mehr, es kämen je länger je mehr Goldacher.

Frisch und hochwertig

In seiner Küche setzt Peter Runge konsequent auf frische, saisonale und hochwertige Produkte, wo immer möglich aus der Region und von lokalen Anbietern. Das würden die Kunden schätzen, dafür seien sie bereit, Geld auszugeben. Mit der «Villa am See» ist für die Runges ein Traum in Erfüllung gegangen. «Es gibt keinen schöneren Ort auf der Welt. Wir schätzen die Lebensqualität sehr. Zumal am See nie schlechtes Wetter herrscht.» Ihr gefalle der See im Herbst und Winter am besten. «Die Stimmung hat etwas Mystisches, wenn Nebelschwaden aufsteigen, weil das Wasser wärmer als die Luft ist.»

Ein spezielles Menu gibt es heute zur Feier des 15jährigen Bestehens nicht. Erst nach Feierabend werden die Runges mit dem Team anstossen.