Ganz schön gutaussehend

Sie sind beide 18, gross und schlank und womöglich nicht weit von einer Modelkarriere entfernt: Benjamin Aston aus St.Gallen und Laura Burth aus Abtwil. Morgen Freitag stehen sie im Finale des Elite Model Look Contest 2015.

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Benjamin Aston mag an sich besonders das kantige Gesicht - Laura Burth präsentiert sich mit Schirm, Charme und Schal. (Bild: Mareycke Frehner/Benjamin Manser)

Benjamin Aston mag an sich besonders das kantige Gesicht - Laura Burth präsentiert sich mit Schirm, Charme und Schal. (Bild: Mareycke Frehner/Benjamin Manser)

Es sind grad ein bisschen viel der besonderen Momente. Vorgestern wurde Benjamin Aston 18, gestern seine Schwester 21 und morgen steht der Kantischüler im Finale des Elite Model Look in Zürich auf dem Laufsteg. Seinen 18. Geburtstag habe er vor lauter Trubel gar nicht richtig feiern können, sagt er. "Es kommen viele Kollegen mit nach Zürich, dann holen wir das morgen nach dem Finale sicher nach." Ausnahmsweise werde er sich auch etwas Alkohol gönnen. Seit er modelt, tut er dies kaum mehr. "Ich lebe bewusster", sagt Benjamin Aston. Seit etwa einem Jahr esse er nur noch wenige Kohlehydrate und treibe noch mehr Sport. Nicht nur im FC Rotmonten, wo er seit Jahren tschuttet. Er surft auch gern, hat Spass am Snowboarden und Klippenspringen.

Sogar die Knie gepudert
Zum Modeln kam Benjamin Aston, der an der Kanti am Burggraben die Matura mit Schwerpunkt Wirtschaft und Recht macht, per Zufall. "Ich habe nie dran gedacht, dass das etwas für mich sein könnte", sagt er. Als die Schwester einer Kollegin für ein Projekt in der Schule jemanden suchte, der ihr vor der Kamera Modell stand, machte er "just for fun" mit. Die Bilder wurden so gut, dass ihm geraten wurde, sie einzuschicken. "Die renommierte Modelagentur Option hat mich gleich in die Kartei aufgenommen", freut sich der Gymnasiast. Inzwischen hat er schon einige Shootings hinter sich. Speziell erinnert er sich an eines in kurzen Hosen: "Sie haben mir sogar die Knie mit Make-up gepudert", sagt er und grinst.

Posen erfordern Selbstvertrauen
Obwohl Modeln für den modebewussten jungen Mann ein "lustiges Gefühl" ist, sei er vor jedem Shooting noch etwas angespannt. "Auf Knopfdruck verschiedene Posen einzunehmen, erfordert einiges an Selbstvertrauen." Von einem Sieg zu träumen morgen, traut er sich nicht. Schliesslich sei er mit 1,85 Metern einer der kleinsten der zehn männlichen Finalisten. Er werde aber auf jeden Fall alles geben: "Entweder bin ich der Typ, den sie suchen, oder halt eben nicht."

Platz unter dem Regenschirm
Sie ist "das Mädchen von nebenan". Die 18jährige Laura Burth aus Abtwil. Im ersten Moment fällt sie durch ihre Körpergrösse von 1,80 Meter und ihre Sommersprossen auf. Aber auch beim zweiten Blick sticht die Brünette hervor. Denn selbst bei Regen, Wind und kühlen Temperaturen meistert sie das Fotoshooting gekonnt. Und das, obwohl sie sich in diesem Metier noch nicht auskennt. Selbst einen Platz unter ihrem Regenschirm bietet sie an.

Umfeld ist mächtig stolz
Das Interesse um ihre Person kann sie aber irgendwie noch gar nicht so recht nachvollziehen. Über ihre Konkurrentinnen sagt die Finalistin des Elite Model Look Contest 2015: "Eine ist hübscher als die andere." Worte, die sie so meint und die keinesfalls einstudiert wirken. "Als ich im Radio vom Casting erfuhr, machte es mich neugierig." Damit sie sich aber auch bewarb, brauchte es grosse Überzeugungsarbeit von ihren Freundinnen und ihrer Familie. Und stolz auf Laura sind sie alle. Auch ihr Zwillingsbruder, der sich selbst nie und nimmer fürs Modeln begeistern könnte.

Laura zieht's in die weite Welt
Mit dem Gedanken, dereinst einmal zu modeln, spielte Laura Burth vorher noch nie. Jetzt aber hat sie das Fieber gepackt. Dafür nimmt sie einiges in Kauf. "Beim Casting wurde mir nahegelegt, ein paar Kilos abzunehmen", sagt die Kauffrau, die soeben die Lehre abgeschlossen hat und im Treuhandwesen arbeitet. Drei Kilos hat sie mittlerweile runter und wiegt jetzt 57 Kilos. "Früher habe ich nie auf mein Gewicht geachtet. Andere nennen mich sogar <Fresssack> und wundern sich, wie es mir gelingt, nicht zuzunehmen." Es liegt wohl in den Genen der Halbholländerin. Sportlich aber war sie schon immer. Morgen Freitag zieht sie ohne Erwartungen in das Finale. "Ich bin stolz darauf, dass ich es so weit geschafft habe. Für den Sieg errechne ich mir aber keine grossen Chancen", gibt sich das Nachwuchsmodel bescheiden. Sollte es mit dem Laufsteg nicht klappen – hoch hinaus will Laura Burth ohnehin einmal: "Flight Attendant wäre ich gerne." (cor/ad)