Gantamt wird Museum

ST.GALLEN. Das geplante Feuerwehrmuseum im ehemaligen Gantamt der Stadt St.Gallen an der Burgstrasse hat eine Sprosse auf der Steigleiter genommen. Es gibt Geld aus dem Lotteriefonds.

Daniel Wirth
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Wo früher Konkursmasse und anderes unter den Hammer kamen, sollen künftig Steigleitern und andere Geräte der Feuerwehr ausgestellt werden. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

Wo früher Konkursmasse und anderes unter den Hammer kamen, sollen künftig Steigleitern und andere Geräte der Feuerwehr ausgestellt werden. (Bild: Archiv/Ralph Ribi)

Der Nostalgieverein Feuerwehr St.Gallen möchte im ehemaligen Gantamt der Stadt an der Burgstrasse 61 ein Feuerwehrmuseum einrichten (Tagblatt vom 16. November). Der St.Galler Kantonsrat hat vergangene Woche an seiner Wintersession einen Beitrag von 120 000 Franken aus dem Lotteriefonds an das Projekt gesprochen. In der Botschaft ans Kantonsparlament hiess es, dieser Beitrag entspreche rund einem Drittel der Kultur-Infrastrukturkosten von 356 000 Franken. Das Geschäft war im Rat unumstritten – anders als andere. Die Kosten für das gesamte Projekt, das den Gebäudekauf (667 000 Franken) und Investitionen in die Einrichtung umfasst, sind auf rund eine Million Franken veranschlagt worden. Gemäss der Lotteriefonds-Botschaft rechnet der Nostalgieverein Feuerwehr St.Gallen mit Beiträgen der Gebäudeversicherungsanstalt des Kantons St.Gallen (348 000 Franken), der Ortsbürgergemeinde St.Gallen und Straubenzell (200 000 Franken), privaten Förderern (200 000 Franken) und dem Rettungscorps der Stadt St.Gallen (100 000 Franken).

Ein Drittel, nicht die Hälfte

Der Kanton war um einen Beitrag in der Höhe von 175 000 Franken angefragt worden. Die Stadt St.Gallen erbringt für das neue Feuerwehrmuseum in einer ersten Phase vor allen Dingen Sach- und Arbeitsleistungen. Sobald das Museum aber seinen Betrieb aufgenommen hat, sollen jährlich 12 000 Franken aus der Stadtkasse einen Teil der Betriebskosten decken. In der Botschaft an den Kantonsrat heisst es, der Kanton begrüsse die Initiative des Nostalgievereins St.Gallen, in der Stadt ein Feuerwehrmuseum einzurichten. Er wollte aber nicht wie beantragt die Hälfte der Infrastrukturkosten übernehmen, sondern einen Drittel, eben 120 000 Franken.

So etwas wie die Initialzündung

Die Lücke von 55 000 Franken gefährde die Einrichtung des Feuerwehrmuseums in St.Gallen aber nicht, wie Thomas Meyer, Präsident des Nostalgievereins, auf Anfrage sagte. Im Gegenteil: Der Beitrag des Kantons sei etwas wie die Initialzündung gewesen für das Zusammentragen des nötigen Geldes. Mit der GVA und den Ortsbürgern befinde man sich in Verhandlungen.

Meyer hofft, im nächsten Jahr erste Teile des zweiten Feuerwehrmuseums im Kanton – das bisher einzige steht in Dicken – eröffnen zu können. Im Erdgeschoss werden dereinst Oldtimer der Marke Saurer und alte Rosspumpen ausgestellt werden, im ersten Stock Kleingeräte und im zweiten Leitern und dergleichen. Im ehemaligen Gantsaal sollen auch Veranstaltungen durchgeführt werden. Das sei ein wichtiger Bestandteil des Projektes und auch des Businessplans, sagt Thomas Meyer.

Thomas Meyer Präsident Nostalgieverein der Feuerwehr St. Gallen (Bild: Urs Bucher)

Thomas Meyer Präsident Nostalgieverein der Feuerwehr St. Gallen (Bild: Urs Bucher)