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GAISERWALD: Trotz Vollbrand ruhig bleiben

Immer mehr Jugendliche interessieren sich für die Feuerwehr: Am Samstag haben 34 Teenager am Übungstag der Jugendfeuerwehr mitgemacht. Dabei haben sie auch den Teamgeist trainiert.
Nina Rudnicki
Wasser – Marsch: Vor dem Feuerwehrdepot in Abtwil trainieren 34 Jugendliche für den Ernstfall. (Bild: Ralph Ribi)

Wasser – Marsch: Vor dem Feuerwehrdepot in Abtwil trainieren 34 Jugendliche für den Ernstfall. (Bild: Ralph Ribi)

Nina Rudnicki

redaktiongo

@tagblatt.ch

«Mich fasziniert am meisten, mit wie wenig Wasser ein grosses Feuer gelöscht werden kann», sagt die 13-jährige Mirjam Hasler. Sie trägt eine Feuerwehrjacke, einen Schutzhelm und dicke Handschuhe. Während des ganzen Samstagvormittags hat sie zusammen mit über 30 weiteren Teenagern der Jugendfeuerwehr Gaiserwald gelernt, Wasserleitungen zusammenzusetzen und Brände mit verschiedenen Techniken zu löschen. Ein Liter Wasser entspricht 1700 Liter Wasserdampf. Damit lässt sich ein Feuer massiv besser löschen, weil der Wasserdampf eine grössere Oberfläche hat, erfahren die Jugendlichen beispielsweise. «Ich weiss jetzt, wie ich reagieren kann, wenn im Alltag ein Feuer ausbricht», sagt der 13-jährige Benjamin Bormann aus Engelburg. «Ich kann mit dem Feuerlöscher umgehen und kenne die verschiedenen Brandklassen.» Er habe schon immer zur Feuerwehr gewollt, daher sei er sofort beigetreten, als er vor einem Jahr alt genug war.

Gaiserwald nimmt Vorreiterrolle ein

Die Jugendfeuerwehr Gaiserwald gibt es seit 2014. Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren werden während sechs Jahren ausgebildet. Sie treffen sich im Jahr zu acht Übungen. Wenn sie volljährig sind, können sie anschliessend der Ortsfeuerwehr beitreten. 2014 startete die Feuerwehr mit zwölf Jugendlichen, mittlerweile sind es 37. «Die meisten gelangen über Mund-zu-Mund-Propaganda zu uns oder kennen jemanden bei der Feuerwehr», sagt Michael Hasler, Leiter der Jugendfeuerwehr. Zudem würden Feuerwehrleute regelmässig die Schulklassen besuchen, um die Kinder für das Thema Brandprävention zu sensibilisieren. «Durch die Jugendfeuerwehr können wir einerseits unseren Nachwuchs sichern. Andererseits fördern wir die Jugendlichen und bieten ihnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung», sagt Hasler. Die Feuerwehr Gaiserwald hat dabei eine Vorreiterrolle. Im Kanton St. Gallen gibt es nur wenige Jugendfeuerwehren. In der Region St. Gallen ist Gaiserwald sogar die einzige. Unterstützt wird sie auch von der Gemeinde Gaiserwald.

Bei der Gründung der Jugendfeuerwehr sprach sie eine Anschubfinanzierung von 20000 Franken für die Ausrüstung der Jugendlichen. Die Mitglieder der Ortsfeuerwehr engagieren sich ebenfalls in der Nachwuchsförderung. Insgesamt sind es 20 Freiwillige, die an den Übungstagen der Jugendfeuerwehr mithelfen.

Theorie stufengerecht vermitteln

«Die Übungen der Jugendlichen unterscheiden sich nicht gross von jenen der Erwachsenen», sagt Hasler. «Allerdings vermitteln wir Theorie und Praxis stufengerechter.» Um einen sogenannten Flash over zu demonstrieren, haben die Feuerwehrleute etwa eine Holzkiste in Brand gesteckt. Danach spritzt einer der Männer so lange Wasser in die Kiste, bis sie nur noch qualmt. Schliesslich verschliesst er die Kiste mit einem Deckel. Das simuliert eine der gefährlichsten Situationen für die Feuerwehrleute, etwa bei einem Wohnungsbrand. «Nimmt man den Deckel weg, wird innerhalb weniger Sekunden alles im Vollbrand stehen», sagt Hasler. Interessiert schauen die Jugendlichen zu und stellen sachliche Fragen. Im folgenden Theorieteil wird alles nochmals besprochen. «Das gefällt mir eben auch gut, dass wir bei der Feuerwehr einfach ein gutes Team sind», sagt Oberstufenschüler Benjamin Bormann.

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