GAISERWALD: Mehr als heisse Luft

Zum dritten Mal fand in der ersten Ferienwoche ein Sommerplausch statt. Der Renner unter den Angeboten war eindeutig das Bubble Soccer.

Manuela Bruhin
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Fussball spielen im aufblasbaren Kostüm: Gaiserwalder Jugendliche testeten die Trendsportart Bubble Soccer. (Bild: Jil Lohse)

Fussball spielen im aufblasbaren Kostüm: Gaiserwalder Jugendliche testeten die Trendsportart Bubble Soccer. (Bild: Jil Lohse)

Manuela Bruhin

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Zugegeben: Das Geschehen in der Turnhalle in Engelburg ist amüsant. Ein wenig komisch vielleicht. Und irgendwie so, als ob man beim Fernseher die Zeitlupen-Taste gedrückt hält. Da stecken die Jugendlichen, welche sich am Sommerferienangebot Gaiserwald beteiligen, in riesigen, aufgeblasenen Kugeln, nur die Beine schauen heraus. Und so rennen sie einem Ball hinterher, den sie, wie beim herkömmlichen Fussball auch, versuchen, ins gegnerische Tor zu treffen. Man kann sich gegenseitig «putschen» und anrempeln – die aufblasbaren Ballkostüme fangen (fast) alles auf. So werden Rollen oder gar Purzelbäume geschlagen, und alles scheinbar mühelos. Diese Sportart, die ursprünglich aus Skandinavien kommt, nennt sich Bubble Soccer – ein Trend, der nach und nach zu uns herüber schwappt. Ein Sport auch, der die Jugendlichen zu begeistern scheint. «Als wir das Angebot in den Klassen vorgestellt haben, waren viele gleich Feuer und Flamme», sagt Benjamin Künzle von der reformierten Jugendarbeit Abtwil und Engelburg. Zusammen mit der katholischen Jugendarbeit Abtwil und Engelburg sowie der offenen Jugendarbeit Gaiserwald wurde das Sommerferienprojekt «Ferien 9030/9032» bereits zum dritten Mal organisiert.

Ein Stunde Luft rein-, eine Stunde Luft rauslassen

Über eine Stunde dauert es, bis alle Bälle aufgeblasen und die Jugendlichen instruiert sind. Noch einmal so viel Zeit muss investiert werden, um die Luft am Ende des Tages wieder abzulassen. Mit dabei sind Schüler zwischen der 5. Klasse und der 3. Oberstufe. Darunter auch Anja Köppel und Saskia Gaspar. «Wir haben auf Instagram Videos von Bubble Soccer gesehen und fanden es mega cool.» Es sei etwas anderes als die herkömmlichen Sportarten, sind sich die beiden einig. Und die Erwartungen wurden erfüllt. Mit grossem Spass ­dabei war auch Cedric Hanselmann. Bereits in der Südtürkei spielte er Bubble Soccer. «Es ist toll, aber auch anstrengend», erklärt der Schüler. Anstrengend deshalb, weil es in der Kugel gewisse Einschränkungen gebe und man schneller ausser Atem komme. Dies bestätigt auch Benjamin Künzle während einer kurzen Pause. Die Schüler seien mit Feuereifer dabei, doch gegen Ende des Tages merke man, wie ermüdet sie seien.

Alle anderen Angebote abgesagt

In der Ostschweiz sind die Angebote rund um Bubble Soccer relativ rar. Künzle hatte die Idee für Gaiserwald, weil er das Angebot aus Winterthur kannte. 13 Schüler hatten sich für den heutigen Tag angemeldet. Nicht so rosig sah es mit den anderen Sommerplausch-Angeboten aus: Wegen mangelnder Teilnehmerzahlen mussten die Klettertour, der Städtetrip nach Bern sowie der Besuch im Chocolarium abgesagt werden. «Es ist schwierig abzuschätzen, warum die Zahlen so niedrig waren», sagt Künzle. Gerade in den Randferienwochen sei das Konkurrenzangebot hoch. Zusammen werde man nun über die Bücher gehen. «Vielleicht müssen wir andere Angebote ins Auge fassen. Ein solcher Tag wie heute wäre das Ziel.»