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GAISERWALD: Jede Minute zählt

Die Feuerwehr ist zur Stelle, wenn es brennt. Aber auch in medizinischen Notfällen leistet die First-Responder-Einheit Erste Hilfe und überbrückt die Zeit, bis der Krankenwagen eintrifft.
Laura Widmer
Die Feuerwehr Gaiserwald löscht nicht nur Brände. (Bild: Benjamin Manser (3. Mai 2016))

Die Feuerwehr Gaiserwald löscht nicht nur Brände. (Bild: Benjamin Manser (3. Mai 2016))

Laura Widmer

laura.widmer@tagblatt.ch

Bricht auf der Strasse ein Fussgänger zusammen und hört auf zu atmen, wählt man 144, die Nummer für medizinische Notfälle. In einem solchen Fall zählt jede Minute. Alleine aufgrund der Distanzen kann ein Rettungswagen von einem der elf Standorte im Kanton St. Gallen nicht immer schnell genug vor Ort sein. «Bis ein Rettungswagen eintrifft, kann es bis zu 15 Minuten dauern» sagt Sam Waldburger, stellvertretender Kommandant der Feuerwehr Gaiserwald.

Ein wichtiger Teil der Notfallversorgung sind deshalb First-Responder-Einheiten. Wird ein Rettungswagen entsandt, können in manchen Gemeinden zuerst auch First-Responder-Einheiten eingesetzt werden. Sie leisten bei einem medizinischen Notfall Erste Hilfe und überbrücken die Zeit, bis die Rettung vor Ort ist.

First Responder sind bereits vor Ort

Häufig sind First-Responder-Einheiten der örtlichen Feuerwehr angeschlossen oder werden von ihr gestellt. So auch ab Februar in Gaiserwald. «Bei der Feuerwehr Gaiserwald wurden die First Responder intensiv für die medizinische Soforthilfe weitergebildet sagt Waldburger. Jährlich finden Kurse statt, um das Wissen über Erste Hilfe aufzufrischen. «Unser grosser Vorteil gegenüber der Rettung ist, dass wir bereits vor Ort sind, wenn etwas in Gaiserwald passiert», sagt Waldburger. Die Mitglieder der Feuerwehr wohnen alle in der Gemeinde und kennen die Gegend.

Dieser Vorteil stellt Feuerwehrleute aber auch vor Schwierigkeiten. «Es ist möglich, dass man bei einem Einsatz einen Betroffenen persönlich kennt.» Damit müsse man jedoch umzugehen lernen. Es gebe verschiedene Möglichkeiten, ein solches Erlebnis zu verarbeiten. So spreche man in der Gruppe darüber, oder arbeite mit der Rettung St. Gallen zusammen. «Wir wissen, was auf uns zukommt», sagt Waldburger. Bei einer Grösse von Gaiserwald rechne man mit sieben bis zehn Fällen pro Jahr. Dabei nicht mitgerechnet seien Ertrinkungs- oder Erstickungsfälle.

Im Kanton St. Gallen gibt es aktuell 28 Einheiten, die durchschnittlich 150 Mal pro Jahr zum Einsatz kommen. First-Responder-Einheiten sind in die Notfallversorgung eingebettet und werden durch die Kantonale Notrufzentrale aufgeboten. Die Rettung St. Gallen unterstützt die Organisationen durch die Schulung und Betreuung der First Responder. Eingesetzt werden diese nur in Notfällen, beispielsweise bei einem Herz-Kreislaufstillstand oder im Falle eines Erstickens oder Ertrinkens. Über einen Einsatz entscheidet der Disponent beim Kantonalen Notruf. «Es ist von äusserster Wichtigkeit, dass schnell alarmiert wird und ebenso, dass rasch Erste Hilfe geleistet werden kann», sagt Waldburger. Die Überlebenschance bei einem Herzstillstand beispielsweise werde mit jeder Minute des Wartens kleiner.

Zusatzaufwand, der sich lohnt

Die medizinische Erstversorgung ist keine Grundaufgabe der Feuerwehr. Auch finanziell ist sie für die Gemeinde ein Zusatzaufwand. In Gaiserwald mussten unter anderem Defibrillatoren angeschafft werden, ebenso wie Einsatzrucksäcke. Diese enthalten notwendige Instrumente für die Erste Hilfe wie Sauerstoffflaschen und Beatmungsmaterialien. «Wenn man nur ein Leben retten kann, hat sich der Aufwand aber bereits gelohnt», sagt Sam Waldburger. «Wir von der Feuerwehr wollen der Bevölkerung die bestmögliche Hilfe leisten.»

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