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GAISERWALD: Gaiserwald plant ohne Tschirky

Während für Gemeindepräsident Boris Tschirky der Wahlkampf für den St.Galler Stadtratssitz beginnt, rüstet sich Gaiserwald für seinen Abgang. Der Gemeinde droht eine monatelange Vakanz.
Noemi Heule
Für Boris Tschirky soll sich bereits die nächste Tür öffnen. Er gilt als Favorit für den freiwerdenden Sitz im St. Galler Stadtrat. (Bild: Urs Bucher)

Für Boris Tschirky soll sich bereits die nächste Tür öffnen. Er gilt als Favorit für den freiwerdenden Sitz im St. Galler Stadtrat. (Bild: Urs Bucher)

Noemi Heule

noemi.heule

@tagblatt.ch

Gaiserwald könnte seinen Gemeindepräsidenten an die grosse Schwester, die Stadt St.Gallen, verlieren. Boris Tschirky gilt als Favorit für den Stadtratssitz von Nino Cozzio, der sein Amt aus gesundheitlichen Gründen Ende Jahr niederlegt. Am 24. September stimmen die St.Galler darüber ab, ob der Sitz mit Tschirky in den Händen der CVP bleibt oder doch der SVP oder den Grünen zufällt. Die Gaiserwalder sind stumme Zuschauer des Wahlrummels ihres direkten Nachbarn und sind dennoch indirekt betroffen. Sollte Boris Tschirky gewählt werden, müsste ein Nachfolger gefunden werden, und zwar so schnell als möglich.

Könnte, sollte, müsste: Es ist eine Planung im Konjunktiv, die die Gemeinde momentan umtreibt. Gemeindeschreiber Andreas Kappler rechnet Tschirky gute Chancen aus. Er will sich allerdings nicht auf Mutmassungen einlassen. «Es geht nicht darum, Spekulationen anzustellen, sondern sich für alle Fälle zu wappnen», sagt er. Für alle Fälle hat die Gemeinde einen provisorischen Wahltermin für die Nachfolge von Tschirky festgelegt: Am 4. März 2018 bestimmen die Gaiserwalder eine neue Präsidentin oder einen neuen Präsidenten bis 2020, sollte Tschirky tatsächlich Stadtrat werden – und sollte das Rennen bereits nach dem ersten Wahlgang entschieden sein.

Parteien brauchen Vorlauf

Ist ein zweiter Wahlgang Ende November nötig, verzögert sich auch die Anschlusslösung für Gaiserwald. Dann nämlich soll der Wahltermin weiter nach hinten verschoben werden. «Wir wollen den Parteien nach der Wahl genug Zeit geben, nach einer geeigneten Person zu suchen», sagt Kappler. Zudem müssten gesetzliche Fristen eingehalten werden, weshalb man den Termin nicht näher an die Stadtratswahlen rücken könne. Während sich die Gemeinde Gaiserwald für alle Eventualitäten rüstet, möchten die Parteien nicht auf Vorrat nach möglichen Anwärtern suchen. Findet die Wahl im März statt, bleiben ihnen rund drei Monate, bevor sie Ende Dezember ihre Kandidaturen einreichen müssen. Wann ein neugewählter Präsident sein Amt antreten könnte, ist offen.

Klar ist einzig: Die Vakanz würde sich über Monate hinziehen. Gemeinderat und Verwaltung würden die Lücke an der Spitze laut Kappler gemeinsam schliessen. Einfach dürfte dies allerdings nicht werden: «Wir haben ein Milizsystem; alle Gemeinderäte sind zu 80 bis 100 Prozent berufstätig.»

Im 100-Prozent-Pensum arbeitet derzeit auch Tschirky; der Chefposten sei gar mehr als ein 42-Stunden-Job, liess er Anfang Jahr verlauten. Dies soll sich auch in den kommenden Monaten nicht ändern. «Gaiserwald hat Priorität», sagt er. Der Wahlkampf finde, im Rahmen des Möglichen, in der Freizeit statt.

Sollte Boris Tschirky allen Mutmassungen zum Trotz nicht in den Stadtrat gewählt werden, fährt er wie gehabt fort. «Ich bin gewählter Gemeindepräsident. Ein Amt, das ich nach wie vor gerne ausführe», sagt er. So gerne, dass er einen allfälligen Amtsbeginn per 1. Januar wenn möglich noch ein wenig aufschieben möchte, um laufende Geschäfte abzuschliessen. «Ich gehe davon aus, dass der Antritt Verhandlungssache ist.»

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