FUSSBALL: Zwei US-Importe auf dem Bützel

Die US-britische Doppelbürgerin Brooke Hendrix spielt seit diesem Frühjahr beim FC Staad. Am Sonntag in Lugano sollte auch der zweite Staader Zuzug, die Norwegerin Helene Haavik, erstmals zum Einsatz gelangen.

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Verteidigerin Brooke Hendrix (hinten) debütierte in Zürich im Staader NLA-Team. (Bild: Florian Hepberger)

Verteidigerin Brooke Hendrix (hinten) debütierte in Zürich im Staader NLA-Team. (Bild: Florian Hepberger)

Verteidigerin Hendrix und Of­fensivspielerin Haavik sind die ersten Zuzüge aus dem fernen Ausland in der Geschichte der Staader Frauenabteilung. Beide Neuen sind 23-jährig und haben vorher im US-College-Fussball ihre Spuren hinterlassen. Ihre Aufgaben bei den Seemädchen sind allerdings gegensätzlich: Die kompromisslose Kämpferin Hendrix soll als Ersatz für die zu Basel abgewanderte Jana Brunner die Abwehr stabilisieren, während von der kreativen und schnellen Haavik erwartet wird, dass sie das Angriffsspiel ankurbelt.

Hendrix verletzte sich beim Début, ist aber wieder fit

Brooke Hendrix kam bereits bei der 0:4-Niederlage in Zürich zum Einsatz. Trotz der Niederlage haben sich die Seemädchen beim Serienmeister gut geschlagen. Hendrix’ Erinnerungen an diese Partie sind allerdings getrübt: Sie zog sich eine stark blutende Schürfwunde am Knie zu, die genäht werden musste. Deshalb fehlte sie vor zwei Wochen beim 1:0-Sieg gegen Schlusslicht Derendingen. In Lugano sollte ihrem zweiten Einsatz im Staader Dress aber nichts mehr im Wege stehen. Helene Haavik ist noch nicht so lange in Staad, sie dürfte im Tessin ihr Début bei den Seemädchen geben. «Es ist auf jeden Fall besseres Wetter hier, als ich es zuvor gewöhnt war», sagt Brooke Hendrix zu ihrem ersten Monat in der Schweiz. Sie kam nicht direkt aus Mississippi, wo sie in den USA gespielt hatte, in die Schweiz, sondern legte eine viermonatige Zwischenstation in Schottland ein. Sie hat sich gut eingelebt: «Mein grösstes Problem ist sicher noch die Sprache.» Sie müsse sich erst an die neuen Ausdrücke gewöhnen, damit sie nach der Direktive von Trainer Martin Hirt spielen könne. Deshalb besucht sie Deutschkurse, was für eine englischsprachige Spielerin nicht selbstverständlich ist. Sie hat bereits mitbekommen, dass in der Schweiz die Taktik höher gewichtet wird als in den USA.

Frühere norwegische Nachwuchsinternationale

Für die Norwegerin Helene Haavik ist der europäische Fussball eine neue Erfahrung. Aber auch die Skandinavierin ist in den USA stark geprägt worden: Sie spielte seit 2013 für ein College-Team in Oregon. Mit der Rückkehr über den Teich will Haavik ihre Profikarriere lancieren. Dabei bringt sie andere Qualitäten ein als Hendrix. Sie gilt als kreative, schnelle und leidenschaftliche Spielerin. Klar, dass damit die Offensive ihr Revier ist: «Am liebsten spiele ich rechts im Angriff.» Wenn sie in Staad auf einer anderen Position gebraucht werde, sei das kein Problem: «Aber ich habe dem Trainer gesagt, dass ich dann eine gewisse Angewöhnungszeit brauche.»

Die Vita von Helene Haavik lässt einiges erwarten: Sie spielte für die starke Frauenfussball-Nation Norwegen als U16-, U17- und U19-Nationalspielerin. In Staad haben sich beide Spielerinnen vorerst bis Ende Saison verpflichtet. Ihr Ziel ist klar: Mit den Seemädchen die Klasse halten. Ideal wäre das über die Finalrunde, allerdings beträgt der Rückstand auf den dafür benötigten sechsten Platz sechs Punkte. Daher wäre ein Erfolg in Lugano, das diesen sechsten Platz belegt, optimal. In der Vorrunde hatten die Luganesinnen auf dem Bützel 3:0 gewonnen. Ins Jahr gestartet sind sie jedoch mit einer 0:9-Packung gegen Leader Neunkirch und unentschieden gegen Tabellennachbar YB. Das Spiel im Stadion Cornaredo in Lugano beginnt am Sonntag um 14 Uhr. (fh, ys)