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FUSSBALL: Wenig Geld für viele Tore

Praktisch überall, wo er spielte, gehörte Adrian Allenspach zu den besten Torschützen. Das durfte auch der FCSG, bei dem der Hinterthurgauer zweimal unter Vertrag stand, erfahren – im Positiven wie im Negativen.
David Gadze
Adrian Allenspach spielte von 1987 bis 1991 und von 1996 bis 1997 beim FCSG. (Bild: Archiv St. Galler Tagblatt)

Adrian Allenspach spielte von 1987 bis 1991 und von 1996 bis 1997 beim FCSG. (Bild: Archiv St. Galler Tagblatt)

David Gadze

david.gadze@tagblatt.ch

Es gibt verschiedene Arten, wie man als Fussballer die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte feiern kann. Adrian Allenspach wählt am Abend des 14. Mai 1996 eine sehr treffende: Zum Abschied vom FC Aarau schiesst er im letzten Saisonspiel zwei Tore gegen seinen alten und neuen Arbeitgeber, den FC St. Gallen. Damit gibt der Thurgauer den «Espen»-Fans einen Vorgeschmack darauf, was sie in der folgenden Saison zu sehen bekommen werden. Und er hält die selbst geschürten Erwartungen: Der kleine und schnelle Stürmer hat massgeblichen Anteil daran, dass sich der FCSG relativ sorglos für die Finalrunde qualifiziert.

In St. Gallen zum U20-Nationalspieler gereift

Adrian Allenspach stösst im Sommer 1987 vom FC Münchwilen zum FC St. Gallen. Seine Torgefährlichkeit stellt er schon bald unter Beweis: Unter Heinz Bigler reift er zum besten Nachwuchs-Torschützen der Schweiz und U20-Nationalspieler. Bei den Profis kann er sich jedoch nicht durchsetzen. In vier Jahren absolviert er einen einzigen Teileinsatz für das Fanionteam. Im Oktober 1988 steht er bei der 0:1-Heimniederlage gegen Servette in der Startformation – neben Iván Zamorano. Nach einer Knieverletzung, die ihn fast ein ganzes Jahr kostet, setzt Trainer Kurt Jara jedoch nicht mehr auf ihn.

So wechselt Allenspach 1991 zu Winterthur in die Nationalliga B, wo er auf Anhieb zum besten Torschützen der Mannschaft avanciert. Auch beim FC Schaffhausen, wo er ab 1992 während drei Saisons spielt, trifft er regelmässig. Dennoch muss sich Allenspach, der während seiner ganzen Karriere auf einen Berater verzichtet, bei anderen Vereinen selbst anbieten, um die Rückkehr in die Nationalliga A zu schaffen. So landet er 1995 beim FC Aarau, wo ihm der Durchbruch gelingt. Er wird mit neun Toren zusammen mit Ratinho bester Goalgetter des Teams, und die Fans wählen ihn zum Spieler der Saison. Die Wertschätzung der Verantwortlichen bleibt jedoch aus. «Ich verdiente damals 3500 Franken im Monat. Als ich für das zweite Jahr 5000 Franken forderte, lehnte der Verein ab», erinnert er sich. Nach dem Spiel gegen St. Gallen stellen ihm die Verantwortlichen doch noch eine Lohnerhöhung in Aussicht, da ist es aber bereits zu spät: «Ich habe an jenem Morgen den neuen Vertrag beim FCSG abgeschickt.»

Auch in St. Gallen ist Allenspach sogleich eine Verstärkung und neben Erik Regtop bester Torschütze. Doch die Geschichte wiederholt sich: Auch hier fordert Allenspach nach einer Saison mehr Geld. «Ich war ein günstiger Spieler für die Leistung, die ich auf dem Platz zurückzahlte, und verlangte keine Unsummen. Aber ich war sehr ungeduldig im Verhandeln.» Schliesslich unterschreibt er gekränkt beim FC Lugano – unmittelbar bevor ihm der FCSG einen besseren Vertrag anbietet. «Das war der grösste Fehler meiner Karriere», sagt Allenspach. Denn in St. Gallen und in Aarau habe er die beste Zeit seiner Laufbahn gehabt. In Lugano hingegen wird er ebenso wenig glücklich wie später in Sion. Nach einer Saison beim FC Wil in der Nationalliga B beendet er 2000 mit 30 Jahren seine Profikarriere.

Als Trainer an die Türe zur Challenge League geklopft

Anschliessend spielt Allenspach noch zwei Jahre beim FC Bazenheid, ehe er dort zum Spielertrainer und später zum Trainer wird. 2007 übernimmt er den FC Tuggen, den er von der 1. Liga in die Promotion League führt und sich dreimal für die Aufstiegsspiele zur Challenge League qualifiziert. Nach einer sportlichen Talfahrt tritt er im vergangenen November zurück. «Ich konnte neben meinem Vollzeitjob den Effort nicht leisten, der in dieser Situation nötig gewesen wäre.»

Heute wohnt Adrian Allenspach, der heute seinen 48. Geburtstag feiert, mit seiner Frau und den beiden Kindern (11 und 17 Jahre) in Wängi, wo er aufgewachsen ist. «Jetzt habe ich Zeit für Dinge, die in den vergangenen zehn Jahren auf der Strecke geblieben sind – meine Familie, Freunde, Konzerte, Reisen.»

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