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FUSSBALL: Steinach klettert nach oben

Der FC Steinach besiegt den ebenfalls abstiegsgefährdeten FC Herisau in einem hart geführten Spiel mit 1:0. Die Steinacher überzeugen vor allem kämpferisch.
Pascal Koster
Herisaus Goalie Simon Rüsch klärt gegen den Steinacher Marc Lennon. (Bild: Michel Canonica)

Herisaus Goalie Simon Rüsch klärt gegen den Steinacher Marc Lennon. (Bild: Michel Canonica)

Pascal Koster

sport

@tagblatt.ch

Dass es eine hitzige Partie werden würde, war bereits im Vorhinein anzunehmen. Herisau lag nur zwei Punkte vor dem Tabellenletzten aus Steinach. Mit einem Sieg hätten die Gastgeber den letzten Platz in der 2. Liga abgeben können. Ein schwieriges Unterfangen, zumal es für die Steinacher in der Hinrunde in Herisau noch eine 1:5-Niederlage absetzte.

Schon in den ersten Minuten wurde allerdings klar, dass sich ein solches Ergebnis nicht wiederholen wird. Die beiden Teams neutralisierten sich gegenseitig. Aufreger waren eine Seltenheit in dieser ausgeglichenen ersten Halbzeit. Die grösste Chance zur Führung hatten die Steinacher nach etwa einer halben Stunde. Nicolas Brunner nahm einen langen Ball gekonnt mit der Brust an und legte quer auf Luca Scariot. Herisaus Goalie durchschaute die Absicht und stürmte frühzeitig aus seinem Tor, sodass er Scariots Abschluss blocken konnte.

Steinacher Platzverweis noch vor der Pause

Ein weiterer Aufreger bahnte sich fünf Minuten vor der Pause an. Nach einem rüden Einsteigen von Steinachs Manuel Bellini zeigte der Schiedsrichter zunächst die gelbe Karte. Wie sich später herausstellte, galt diese nicht Bellini, sondern einem Herisauer, der nach dem Foulspiel den Steinacher anrempelte. Erst nach langer Absprache mit dem Linienrichter entschied sich der Referee, wie er das Foul selbst sanktioniert. Er zückte Rot. Vertretbar. Trotzdem waren die Steinacher Spieler sowie die Bank und die Zuschauer entsetzt, haben sie doch geglaubt, der Schiedsrichter hätte Bellini nur Gelb gegeben. So musste das Heimteam gut 50 Minuten in Unterzahl agieren, was die Siegchancen erheblich minderte.

In den ersten zehn Minuten der zweiten Hälfte zeigte sich, dass sich der FC Steinach trotz der roten Karte keineswegs hinten einzuigeln versucht. Die Hausherren spielten munter mit und fuhren den einen oder anderen gefährlichen Konter. Nach etwas mehr als einer Stunde verpasste Scariot nach guter Vorarbeit von Christoph Gebhardt das 1:0 nur um eine Zehenspitze. Herisau enttäuschte in der zweiten Halbzeit. Von einer numerischen Überlegenheit war überhaupt nichts zu sehen.

Viele taktische Fouls verhinderten Spielfluss

Mit den schnellen Gegenstössen bekundeten die Gäste weiterhin Mühe, sodass sie sich immer wieder eines taktischen Fouls bedienen mussten. Doch die Steinacher teilten ebenso aus. Alles in allem zückte der Schiedsrichter insgesamt vier gelbe und zwei rote Karten. Der Spielfluss war weg, was den zehn Steinachern sehr entgegen kam. Die Uhr tickte für sie.

In den letzten 30 Minuten kamen die Herisauer dann erstmals zu richtigen Torchancen. Nach einer flachen Hereingabe vergab in der Mitte Herisaus Stürmer das schier sichere Tor. Und etwa eine Viertelstunde vor Schluss liessen die Herisauer gar eine Dreifach-Chance liegen. Dabei trafen sie unter anderem den Pfosten. Aber auch Steinach blieb gefährlich. In der 82. Minute trat Leandro Brunner einen Freistoss von der Mittellinie. Die Flanke landete bei seinem Bruder Nicolas, welcher den Ball brillant unter Kontrolle brachte und per Volley einnetzte. In der Folge brachten die Steinacher den Vorsprung abgebrüht über die Runden. Herisau kam zu keiner Chance mehr. Nach 95 Minuten war der erste Steinacher Pflichtspielsieg im Jahr 2018 perfekt. Dank der gleichzeitigen Niederlage von Weinfelden-Bürglen verlässt der FC Steinach vorübergehend die Abstiegsränge und rückt bis auf den neunten Tabellenplatz vor.

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