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FUSSBALL: Der Kämpfer kämpft mit sich

Der FC Winkeln holt in der 2. Liga interregional mit dem 1:1 gegen Frauenfeld endlich wieder einen Punkt. Mittelfeldspieler Helder Antunes ist diesmal nicht in Form.
Beni Bruggmann
Helder Antunes (links) agiert im Spiel gegen Frauenfeld im Mittelfeld des FC Winkeln. (Bild: Michel Canonica)

Helder Antunes (links) agiert im Spiel gegen Frauenfeld im Mittelfeld des FC Winkeln. (Bild: Michel Canonica)

Beni Bruggmann

sport

@tagblatt.ch

Helder Cristiano Fernandes Antunes spielt seit dieser Saison beim FC Winkeln. «Cristiano heisse ich aber nicht wegen Cristiano Ronaldo», sagt er, «schliesslich bin ich ein Jahr älter als der grosse Star. Aber wir sind beide Portugiesen.» Helder Antunes ist 34. Im Alter von zwei Jahren ist er mit seinen Eltern in die Schweiz gekommen, nach Wittenbach. Dort hat er die Schule besucht und eine Lehre im Sanitärbereich gemacht. In Wittenbach lebt er noch heute.

Der kleine Spieler, 1,70 m gross, ist ein unermüdlicher Kämpfer. Im ersten Rückrundenspiel gegen Einsiedeln treibt er seine Kollegen an, dirigiert, lobt, rackert – und schimpft. Und jetzt, zwei Wochen später, im zweiten Heimspiel, trabt er brav im defensiven Mittelfeld herum, zahm, meistens ruhig. Ist das der gleiche Antunes? «Ich war in den letzten beiden Wochen krank», sagt er, «und bin auch jetzt noch nicht ganz gesund. Aber ich wollte unbedingt spielen. So habe ich mich zuerst einmal mit mir selbst beschäftigt.»

In diesem Spiel gelingen ihm nicht alle, aber viele gute Zuspiele. Die Übersicht hat er wegen der Grippe nicht verloren. Er ist immer dort, wo es «brennt», und als die Winkler kurz nach dem 1:1, das Alexander Schneider per Kopf erzielt, im eigenen Strafraum völlig unorganisiert sind und höchste Torgefahr herrscht, schaut er seine Verteidigerkollegen für einen Moment böse an. Das wirkt. Sie halten durch. Endlich holt Winkeln wieder einen Punkt. Antunes ist zufrieden: «Wir haben gegen einen Mittelfeldclub gut mitgehalten, hatten die besseren Chancen und haben bis zum Schluss an den Sieg geglaubt.»

Mit Zamorano vor 10000 Zuschauern

Er gehört zum Winkler Trainerstab, ist Assistenztrainer. «Ich habe schon ein gewisses Alter», sagt er, «aber wenn es nötig ist, spiele ich gerne.» In der Vorrunde kam er selten zum Einsatz, aber er hat alle drei Rückrundenspiele bestritten. Seine Erfahrung hilft Winkeln weiter. Er hat es bis in die 1. Liga gebracht, hat in St. Gallens U21 gespielt, dann bei Gossau, Brühl, Rebstein, St. Margrethen und Au-Berneck.

Einmal ist Antunes sogar in die Welt des ganz grossen Fussballs geraten. Er strahlt, wenn er erzählt: «Beim Jubiläum ‹125 Jahre FC St. Gallen› am 4. September 2004 spielte St. Gallen gegen ein Allstar-Team mit ehemaligen Spielern. Da durfte ich eine Halbzeit lang im Espenmoos vor über 10000 Zuschauern im Allstar-Team mitspielen. An der Seite von Ivan Zamorano!» Er strahlt auch am Schluss des Gesprächs noch, will rasch nach Hause. «Am Freitag haben Vanessa und ich geheiratet, zivil, in kleinem Rahmen. Das grosse Fest findet statt, wenn es wärmer ist.» Er fügt an: «Wenn ich mich beeile, ist der kleine Nahuel, unser Sohn, noch wach.»

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