FUSSBALL: Das Spiel ihres Lebens

In einem Testspiel stand der FC Steinach dem italienischen Serie-A-Verein Atalanta Bergamo gegenüber. Das niederschmetternde Resultat für die Heimmannschaft stimmte niemanden wirklich traurig.

Ramona Riedener
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Der FC Steinach hat mit 0 zu 17 haushoch gegen Atalanta Bergamo verloren. (Bild: Ramona Riedener)

Der FC Steinach hat mit 0 zu 17 haushoch gegen Atalanta Bergamo verloren. (Bild: Ramona Riedener)

Ramona Riedener

redaktionot

@tagblatt.ch

Stolz, erhobenen Hauptes, eskortiert von kleinen, ebenso stolzen Nachwuchskickern, schritt die erste Mannschaft des FC Steinach letzten Samstagnachmittag auf das Fussballfeld. Ein Hauch von Weltfussballklasse herrschte auf der Sportanlage Bleiche in Steinach. Ungewöhnlich viele Zuschauer hatten sich eingefunden, um das Spiel gegen den grossen Gegner aus der norditalienischen Stadt Bergamo zu sehen. Der Serie-A-Verein schaffte es vergangene Meisterschaft überraschenderweise auf Tabellenplatz vier und qualifizierte sich damit zum ersten Mal seit 26 Jahren wieder für die Europa League.

Während die Mannschaft von Trainer Gian Piero Gasperini auf ein 35-köpfiges Kader zurückgreifen konnte, vermochte der FC Steinach ferienbedingt gerademal 19 Spieler aufzubieten. Aber diese standen mit Enthusiasmus auf dem Platz. «Wir wollen Vollgas und unser Bestes geben, aber auch das Spiel mit so einem Gegner geniessen», sagte Mathias Drdla, Trainer des FC Steinach vorgängig zum Spiel. Auch mal länger den Ball behalten, tormässig einstellig bleiben und bestenfalls auch ein Tor schiessen, waren Ziele des Teams.

Das Spiel David gegen Goliath

Bei ihrer Ankunft am Donnerstagabend am Flughafen Altenrhein erlebten die Norditaliener, die ein mildes Klima gewohnt sind, beinahe einen Kälteschock. Das viertägige Trainingslager in der Ostschweiz und ihr erstes Training in der Sportanlage in Steinach musste die Mannschaft sogar bei strömendem Regen absolvieren. Dann aber, rechtzeitig auf den grossen Tag, kehrte der Sommer zurück und trug das Übrige zur perfekten Stimmung bei. Aus allen Ecken der Schweiz und dem angrenzenden Italien reisten die Fans an, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Vor allem für den Star von Atalanta Bergamo, den argentinischen Internationalen Papu Gómez, wartete eine beachtliche Fangemeinde auf. Doch auch die Fans des FC Steinach wussten ihre Mannschaft zu unterstützen und standen zahlreich am Platzrand.

Obwohl sich die Steinacher wacker zu schlagen wussten, und den Ball durchwegs ver- teidigten, fiel bereits in der fünften Minute das erste Goal. «Im Fernsehen sieht man aber mehr», bemerkte ein kleiner Knirps zu seinem Freund, als nicht wie gewohnt die Wiederholung folgte. Dafür aber hatten die beiden noch mehrmals Gelegenheit, ein Goal live zu sehen. Leider aber von den Gästen und nicht von den Steinachern. Irgendwann versagte die Anzeigetafel, und niemand der Zuschauer nahm die laufenden Tore noch sehr wichtig. Auch der 21-jährige Mittelfeldspieler Nicolas Haas, welcher erst kürzlich vom FC Luzern zu Atalanta Bergamo gewechselt hat, verschonte seine Landsleute nicht und schoss in der dreissigsten Minute das dritte Tor. 0 zu 17 stand es, als der Schiedsrichter den Schlusspfiff gab. «Es war das Spiel des Lebens! Meine Tochter ist dabei gewesen. Sie ist halbjährig und hat nichts mitbekommen. Doch wir werden ihr davon erzählen, und für uns Spieler wird es immer in Erinnerung bleiben», schwärmte FC-Steinach-Captain Matthias Klingenstein abschliessend.