«Fusion ist eine gute Sache»

In Andwil stehen zurzeit drei Zukunftsszenarien zur Debatte: Eine Fusion mit Gossau, eine Einheitsgemeinde oder der Status quo. Die meisten der befragten Passanten sind eher für eine Fusion.

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Alois Giger, 67,

ehemaliger Landwirt, Andwil

Vor drei Jahren bin ich von Gossau nach Andwil gezogen. Ich bin beim Thema Fusion noch unentschlossen, obwohl ich mich gut darüber informiert habe. Eine Fusion wäre zwar besser für den Steuerfuss in Andwil. Aber die Steuern können in Gossau auch nicht so tief bleiben, sonst verschulden die sich noch mehr. Grundsätzlich sehe ich die Fusion als Vorteil. Der Vorschlag, eine Einheitsgemeinde zu bilden, birgt meiner Ansicht nach kaum Sparpotenzial. Man sollte die Synergien nutzen und zusammenarbeiten, wo immer das möglich ist.

Brigitte Daquino, 52, Postangestellte, Andwil

Ich weiss nicht viel über die Pläne der Gemeinde. Grundsätzlich finde ich es aber eine gute Idee, mit Gossau zu fusionieren. Denn schon jetzt wird viel mit der Stadt zusammengearbeitet.

Sara Räss, 21, angehende Pflegefachfrau, Gossau

Für mich kommt es nicht so darauf an, ob Andwil und Gossau fusionieren. Wenn die ÖV-Verbindungen dadurch aber besser werden, fände ich das gut. Andererseits will ich auch nicht, dass die Kinder von Andwil nach Gossau in die Schule müssen.

Diyar Rigal, 15,

Schüler, Andwil

Für mich spricht nichts gegen eine Fusion mit der Stadt Gossau. Ich gehe auch dort zur Schule. Gossau ist nicht weit von Andwil entfernt und gut erreichbar. Und da Andwil und Gossau schon jetzt viel gemeinsam organisieren, sehe ich einer Fusion positiv entgegen.

Karin Heuberger, 39, Sekretärin, Arnegg

Wenn schulisch alles zusammen organisiert würde, wäre dies sicher von Vorteil. Was eine Fusion für Auswirkungen hat – zum Beispiel auf die Steuern – weiss ich nicht. Ganz allgemein habe ich das Gefühl, dass man zu wenig informiert wird. Man sollte Klartext sprechen und uns sagen, was sich bei einer Fusion ändern würde. Die Idee der Einheitsgemeinde widerstrebt mir. Wenn die Schulgemeinde und die politische Gemeinde in Andwil zusammengeschlossen werden, was passiert dann mit der Schulgemeinde Andwil-Arnegg? Ich möchte meine Kinder nicht nach Gossau in die Schule schicken.

Barbara Schäfer, 40,

Hausfrau und Teilzeitangestellte, Andwil

Ich finde die Fusionspläne mit Gossau eine gute Sache. Schon jetzt wird viel mit Gossau zusammengespannt, wie zum Beispiel bei der Kirche und der Feuerwehr. Ich denke, dass es irgendwann sowieso auf eine Fusion herauslaufen wird. Es wäre sicher eine Veränderung für Andwil, aber in meinen Augen eine gute.

Otto Dudler, 81,

Pensionär, Gossau

Ich sehe solchen Plänen einer Zusammenlegung ganz positiv entgegen. Die Fusion mit einer ländlichen Gemeinde würde das städtische Leben bereichern. Es gäbe natürlich eine Mehrbelastung für die Stadt, aber das muss man in Kauf nehmen.

Annemarie Brühwiler, 76, Hausfrau und Pensionärin, Andwil

Ich bin eine eingefleischte Andwilerin, daher bin ich skeptisch gegenüber einer Fusion. Ich befürchte, dass Andwil dadurch seine Eigenständigkeit und seine Identität verlieren könnte. Die Idee der Einheitsgemeinde, bei der die Schulgemeinde Andwil in die politische Gemeinde integriert wird, fände ich eine gute Option. Aber auch am Status quo habe ich nichts auszusetzen.

Nikolaus Koller, 73,

Pensionär, Gossau

Kurz und knapp: Ich fände eine Fusion Gossau-Andwil gut. Sparen müssen beide, Gossau und Andwil. Da kommt es auch nicht darauf an, ob das getrennt oder zusammen betrachtet wird. Gossau könnte dazu vielleicht noch den einen oder anderen Sitz im Stadtrat einsparen.

Daniel Bänziger, 26, angehender Sozialpädagoge, Andwil

Ich bin kürzlich von Gossau nach Andwil gezogen. Ich merke, dass die Fusion mit Gossau hier ein heikles Thema ist. Es hat Vor- und Nachteile. Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit ist die Feuerwehr, dort hat es gefruchtet. Die Fusion könnte in Andwil die administrativen Kosten senken. Auf der anderen Seite würden wohl Arbeitsplätze in der Gemeinde gestrichen und ein Stück Eigenständigkeit ginge verloren. Deshalb habe ich bei diesem Thema gemischte Gefühle.

Text: Karin Zimak

Bilder: Dora Bannwart