Für wohnlichere Strassen

RORSCHACH. Mehr Wohnqualität, mehr Parkplätze, mehr Sicherheit: Die Anwohner der Langmoos- und Schurtannenstrasse sagen dazu nicht Nein, auch nicht zur erweiterten Blauen Zone in ihrem Wohngebiet. Das hat ein Informationsanlass gezeigt.

Marianne Bargagna
Merken
Drucken
Teilen
Sollen neu gestaltet werden, die Langmoos- und Schurtannenstrasse sowie ein Teilstück der Müller-Friedberg-Strasse. (Bild: pd)

Sollen neu gestaltet werden, die Langmoos- und Schurtannenstrasse sowie ein Teilstück der Müller-Friedberg-Strasse. (Bild: pd)

Den öffentlichen Raum aufwerten, die Verkehrssicherheit erhöhen, das Parkieren in geordnete Bahnen lenken: Mit diesen Massnahmen möchte der Stadtrat Rorschach ein familienfreundliches Wohnen an der Langmoos- und Schurtannenstrasse sowie dem südlichen Teilbereich der Müller-Friedberg-Strasse fördern. Diese Botschaft hörten am Dienstagabend in der Aula des Hochschulgebäudes Stella Maris die Anwohner gerne, es waren gegen 50 gekommen. Denn auch in ihren Quartieren wird oft schneller gefahren als erlaubt und wird wild parkiert. Das kam in der Diskussion deutlich zum Ausdruck. Stadtpräsident Thomas Müller hörte die kritischen Anmerkungen ebenso wie die anerkennenden. Er betonte aber, dass es sich bei den präsentierten Vorschlägen erst um ein Gestaltungskonzept, also noch nicht um definitive Pläne handle.

Eine gute Idee

Wie der öffentliche Raum aufgewertet werden soll, darüber informierte Edna Tiedemann vom Planungsbüro Strittmatter Partner AG. Sie zeigte Pläne und Skizzen. Darauf war zu erkennen, dass zum Beispiel die Langmoosstrasse West optisch eingeengt werden soll. Dies kann mit der Bildung einer kleinen Allee einerseits, mit der Realisierung eines sogenannten Pflasterbandes anderseits geschehen. Auch soll das Trottoir durchgezogen werden. Zudem soll eine zweite Bushaltestelle geschaffen werden.

Auch an der Langmoosstrasse Ost sollen Bäume das Erscheinungsbild verschönern. Das südliche Trottoir soll breiter werden. Edna Tiedemann sagte auch, dass, soll der Charakter des Quartiers erhalten bleiben, dem Erhalt der Vorgärten grosse Beachtung geschenkt werden müsse. Das heisst: Die Vorgärten sollen nicht weiter als Parkplätze oder Zufahren genutzt werden. Denkbar sei die Schaffung eines Sammelparkplatzes. «Eine gute Idee», kommentierte ein Anwesender diesen Vorschlag.

Kreuzung anheben

Auch die Schurtannenstrasse wurde unter die Lupe genommen. Dort schlägt das Planungsbüro ein Durchziehen des Trottoirs an der Heidenerstrasse vor, zudem eine optische Verschmälerung der Fahrbahnbreite durch Pflasterband und das Pflanzen von Einzelbäumen zwischen Trottoir- und Fahrbahnbereich.

Verbunden sind die Langmoos- und die Schurtannenstrasse mit einem Teilstück der Müller-Friedberg-Strasse. Verständlich also, dass im Gestaltungskonzept auch dieser Teil berücksichtigt wird. Hier schlägt das Planungsbüro vor, das Trottoir an der Heidenerstrasse durchzuziehen, eine einseitige Baumreihe zu pflanzen und die Fahrbahn optisch einzuengen. Und: Durch die Anhebung des Kreuzungsbereiches Müller-Friedberg- und Langmoosstrasse soll eine Geschwindigkeitsreduktion erreicht werden.

Das Konzept liegt vor, die Anwohner sind informiert. Jetzt würden Einzelgespräche mit den Grundeigentümern geführt, sagte Thomas Müller. Und es würden die Werkleitungen in der Gegend unter die Lupe genommen. Danach könne die Planauflage erfolgen. Kosten würde die ganze Sache, grob geschätzt, wohl etwa zwei Millionen Franken. Mit den Bauarbeiten könnte im Herbst 2013 begonnen werden.

Erweiterte Blaue Zone

Etwas früher, in der ersten Hälfte des kommenden Jahres, könnte laut Thomas Müller die Erweiterte Blaue Zone eingeführt werden. Und auch dagegen haben die Anwohner nichts einzuwenden. «Jawohl, einführen», sagte ein Rorschacher und eine Votantin doppelte nach: «Das ist sehr gut.» Die vom Stadtrat vorgeschlagene Erweiterte Blaue Zone mit Anwohnerprivileg beschränkt sich nicht nur auf einzelne Strassen, sondern umfasst den Stadtteil südlich des Hauptbahnhofes bis zur Heidenerstrasse inklusive Seminarstrasse. Für eine Einführung brauche es eine Verfügung der Kantonspolizei und einen Gebührenbeschluss des Stadtrates, erklärte Thomas Müller.