Für höhere Priorität in Bern

Wirtschaft Region St. Gallen beschäftigt sich weiter mit Verkehrsfragen: Durch die IG Engpassbeseitigung sollen diese in Bern mehr politisches Gewicht erhalten. 2013 will der Wirtschaftsverband alle Generationen in den Betrieben fördern.

Lea Müller
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Stau auf der Stadtautobahn bei der Ausfahrt Neudorf. Der Abschnitt zwischen Winkeln und Neudorf ist regelmässig überlastet. (Archivbild: Ralph Ribi)

Stau auf der Stadtautobahn bei der Ausfahrt Neudorf. Der Abschnitt zwischen Winkeln und Neudorf ist regelmässig überlastet. (Archivbild: Ralph Ribi)

Die Ostschweizer Verkehrsprobleme bewegen Wirtschaft Region St. Gallen (WISG) weiterhin. Das wurde an der Generalversammlung am Montagabend an der HSG deutlich. In seinem Jahresausblick bezeichnete Präsident Leo Kaufmann die Beseitigung des Engpasses auf der Stadtautobahn als eines der grossen Anliegen. Die von der WISG lancierte Gründung der IG Engpassbeseitigung (Tagblatt vom 18. März) sei ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Verkehrssituation.

Südspange bleibt Vision

Das Bundesamt für Strassen (Astra) will zur Beseitigung des Engpasses auf der Stadtautobahn zwischen Winkeln und Neudorf einen dritten Rosenbergtunnel und eine Teilspange bauen. Die WISG unterstützt laut Geschäftsführer Roger Tinner diese Idee, obwohl sie noch immer in der Südspange die ideale Lösung sehe. Wichtiger sei aber, dass die Teilspange möglichst schnell umgesetzt werden könne. Die IG Engpassbeseitigung soll gemäss Kaufmann dafür sorgen, dass der Ostschweizer Verkehr beim Bund eine höhere Priorität erhält. Nur so könnten innert nützlicher Frist finanzielle Mittel gesprochen werden.

Nicht nur Nachwuchs fördern

Weitere Schwerpunkte von WISG beziehen sich in diesem Jahr auf verschiedene Generationen im Unternehmen sein. Der regionale Wirtschaftsverband unterstützt wieder den Verein Triebwerk, der Schulabgänger auf dem Weg von der Oberstufe in die Lehre berät. Die Jugendlichen werden in Workshops für die Bedürfnisse der Wirtschaft sensibilisiert. «Das Projekt ist ein grosser Erfolg. Deshalb möchten wir es weiterführen», sagte Präsident Leo Kaufmann an der Generalversammlung. Ziel sei, dass der Verein selbsttragend werde.

WISG will nicht nur den Nachwuchs fördern, sondern auch die ältere Generation. Der Präsident stellte den über 130 anwesenden Mitgliedern das Projekt «4. Säule» vor. Die Fachhochschule St. Gallen arbeitet zurzeit an einer Vorstudie. Sie sammelt gemäss Kaufmann Ideen, wie die «Generation 55 plus» möglichst lange in den Wirtschaftsprozess eingebunden werden kann. WISG unterstützt das Projekt mit 10 000 Franken. Erste Resultate gebe es voraussichtlich im Herbst, sagt Geschäftsführer Roger Tinner.

In seinem Ausblick erwähnte Leo Kaufmann auch die zwei grossen Abstimmungsvorlagen, über die das städtische Stimmvolk am 9. Juni entscheidet. Zur Neugestaltung und Aufwertung des Bahnhofplatzes hat WISG noch keine Parole gefasst. Das Projekt müsse noch genau geprüft werden, sagte der Präsident. Er liess aber durchblicken, dass der Wirtschaftsverband der Vorlage eher skeptisch gegenübersteht. «Man hätte das Projekt etwas mutiger angehen können.» Die VBSG-Ausgliederung bezeichnete Kaufmann hingegen als «gute Sache». Sie ermögliche mehr Flexibilität.

Frei und Ganz im Vorstand

Auf der Traktandenliste standen am Montagabend auch Ersatzwahlen. Nach sieben Jahren im Vorstand wurde Sekretär Thomas Frey verabschiedet. Der Rechtsanwalt sei das «juristische Gewissen des Vorstandes» gewesen, sagte Leo Kaufmann. Ersetzt wird er durch Markus Frei, der in der gleichen Kanzlei tätig ist wie sein Vorgänger. David Ganz wurde als Nachfolger von Christoph Solenthaler gewählt, der 2012 nach fünfjähriger Tätigkeit seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte. Das neue Vorstandsmitglied ist Geschäftsführer der Firma Plättli Ganz+Co. AG.

Der Generalversammlung ging dieses Jahr keine Firmenbesichtigung voraus. Die HSG dürften viele WISG-Mitglieder noch aus der Studienzeit kennen. Rektor Thomas Bieger und Verwaltungsdirektor Markus Brönnimann stellten die Universität trotzdem kurz vor. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage mit WISG-Mitgliedern hat laut Brönnimann ergeben, dass HSG-Absolventen als Arbeitnehmer gefragt sind. Bei Projektarbeiten, Praktika und Aushilfsjobs sei aber noch Bedarf vorhanden.

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