Für einmal ein guter Lohn

Feierabend

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Für eine Sitzung des Stadtparlaments gibt es für die 63 Mitglieder eine Entschädigung von 100 Franken. Normalerweise dauern diese Sitzungen von 16 bis 19 Uhr, also drei Stunden. Das ergibt unter dem Strich einen Stundenlohn von 33.33 Franken. Davon wird man nicht reich! Allerdings: Gestern dauerte die vom Ratsbüro als Aufräumsitzung bezeichnete Zusammenkunft im Waaghaussaal gerade einmal 35 Minuten. Die 100 Franken gibt es trotzdem. Handgelenk mal Pi gibt das einen Stundenlohn von 200 Franken. Hoppla Schorsch.

Und obendrein wurden den Parlamentarierinnen und Parlamentariern zweieinhalb Stunden Freizeit geschenkt. Glücklich, wer nach 19 Uhr keine Sitzung mehr anberaumt hatte. Denn das schöne Wetter lud ein zum Dauerlauf auf Dreilinden oder zum Bier in der Gartenbeiz. Doch hätte sich das Parlament diese Sitzung mit drei traktandierten Geschäften nicht schenken können? Das Sparpotenzial für die Stadt: rund 5500 Franken. Denn gut ein halbes Dutzend Volksvertreter blieb der Aufräumsitzung fern, sonst wäre das Sparpotenzial grösser gewesen. Doch so denken nur Erbsen zählende Neidhammel.

Zumal sich die städtische Legislative gestern körperlich anstrengen musste. Nach einer geglückten Anlaufphase, die drei Sitzungen dauerte, hat die elektronische Abstimmungsanlage zum ersten Mal den Geist aufgegeben: Die Ratsmitglieder mussten die Hand aufstrecken. Wie früher. Da ist ein Stundenlohn von 200 Franken doch mehr als gerechtfertigt. Vor allem wenn man daran denkt, dass die Abstimmungsanlage gratis war. (dwi)