Für einen jüngeren Papst mit Elan

RORSCHACH. Pfarrer Roland Eigenmann findet den Entscheid Benedikts XVI. mutig. Er hofft, dass der Nachfolger auch auf Anliegen eingeht, welche bisher kaum beachtet wurden. Mit einem Afrikaner oder Asiaten würde ein besonderes Zeichen gesetzt.

Peter Beerli
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Pfarrer Roland Eigenmann (Bild: pd)

Pfarrer Roland Eigenmann (Bild: pd)

Die Meldung von der Rücktrittserklärung kam für Priester und Laien weltweit überraschend. Das Tagblatt fragte Pfarrer Roland Eigenmann von der katholischen Seelsorgeeinheit Region Rorschach, wie er selbst von der Nachricht erfuhr, was er davon hält und welche Hoffnungen er in den künftigen Papst setzt.

An Scherz geglaubt

«Mein Bruder hatte mich über die neueste Meldung aus Rom orientiert und mich gefragt, ob der Papst überhaupt demissionieren könne. Da dachte ich zuerst an einen Fasnachtsscherz», schildert Roland Eigenmann die Situation.

Mut zum eigenen Weg

Nach der Bestätigung der sensationellen Nachricht findet Roland Eigenmann nun, der gefasste Entschluss ehre Benedikt XVI. Es sei mutig, den eigenen Weg zu gehen und im Rahmen der ihm gegebenen Möglichkeiten auf die Beschwerden des Alters und das Schwinden der Kräfte zu antworten. Die Möglichkeit zum Rücktritt hatte noch sein Vorgänger, Johannes Paul II. geschaffen, welcher für sich selbst noch anders entschied und Krankheit, Leiden und Sterben bis zum Tod im Amt durchhielt.

Neue Aufgaben anpacken

Nach einem alten, mitunter müden Papst wünscht sich Roland Eigenmann jetzt einen jüngeren Mann mit viel Elan. «Der künftige Papst muss bereit sein und die Kraft dazu haben, neue Aufgaben anzupacken.» Während Benedikt XVI. vor allem die Einheit mit der «rechten Seite» der Gläubigen angestrebt habe, werde es Aufgabe des Nachfolgers sein, auch die Stimmen der andern Seite mit sehr offenen Ohren zu hören und auch diesen Beachtung zu schenken. Einen eigentlichen Wunsch-Kandidaten nennt Pfarrer Eigenmann nicht. «Ich kenne ja die in Frage kommenden Kardinäle viel zu wenig», antwortet er auf diese Frage. Die Wahl eines Papstes aus Afrika oder Asien, Erdteilen also, in denen die Katholiken zahlreicher und aktiver sind als bei uns in Europa, wäre für ihn ein schönes Zeichen für das Einheits-Bestreben der Gesamtkirche.