Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Für eine Verkehrspolitik ohne Scheuklappen und für eine Korrektur der Städte-Initiative

Leserbriefe
Rolf Brunner

Die Mobilitäts-Initiative bewegt – im wörtlichen Sinne: Fussgänger, Velofahrer, Autofahrer und öffentlichen Verkehr. Es braucht zweifellos ein Miteinander, ein für alle Nutzer der Strasse ausgewogenes Konzept und auch eine anschliessende ausgewogene Umsetzung.

Eine Stadt wie St. Gallen, die sich – trotz und leider schrittweiser Verschiebung zu linkslastigen Ideologien – richtigerweise der Zukunft als Metropole der Ostschweiz verschrieben hat, darf nicht abgehängt werden. Sei es vom Rest der Schweiz oder auch vom Süddeutschen Raum oder von Vorarlberg. Dies passiert, wenn es nicht gelingt, den technischen Fortschritt gezielt zu nutzen sowie die Entflechtung der Verkehrsträger, wie Busse, Lieferfahrzeuge, Autos, Velos und Fussgänger gehörig und zukunftsbezogen umzusetzen.

Man bedenke: über 60 Prozent der Stadtbewohner besitzen ein Auto und dürfen damit sogar noch fahren. Hinzu kommen noch diejenigen Autofahrer aus der Agglomeration, die wiederum, wie die Bewohner der Stadt selber, zur Kaufkraft massgeblich beitragen. Sollte der motorisierte Individualverkehr einseitig beschränkt werden, wird die Stadt St. Gallen noch mehr abgehängt. Dies wirkt sich stark negativ auf die Wirtschaft und das innerstädtische Gewerbe aus. Wollen wir das hinnehmen?

Wohl kaum, wenn wir es ernst meinen mit der einstmals vom Stadtrat formulierten Vision im Mobilitätskonzept 2040: Es ist Aufgabe dieses Konzeptes, die Bedürfnisse aller Verkehrsteilnehmer und Verkehrsträger aufeinander abzustimmen und dabei die Interessen der Stadt als Lebens- und Wirtschaftsraum optimal zu verfolgen. Die Initiative will also nur diese Aussage eins zu eins auch noch im Verkehrsreglement verankern. Deshalb: Ja am 4. März zur Mobilitäts-Initiative.

Rolf Brunner

Teufener Strasse 25, 9000 St. Gallen

Die Mobilitäts-Initiative will den motorisierten Individualverkehr nicht besonders fördern, wie die Gegner dies behaupten. Sie will lediglich eine einseitige Plafonierung aufheben. Wer die Nutzung eines Verkehrsmittels grundsätzlich beschränkt, nimmt in Kauf, dass alle jene bestraft werden, die auf dieses Verkehrsmittel angewiesen sind. Als Gewerbetreibender bin ich zusammen mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ganz direkt davon betroffen, wenn unsere Möglichkeiten der Anlieferung und der Zufahrt bei Montage- und Servicearbeiten immer mehr eingeschränkt werden. Immer wieder werden Gewerbetreibende auch bei Kürzest-Auf-und-Ablade-Manövern gebüsst, auch wenn in unmittelbarer Nähe gar keine Parkplätze vorhanden sind. Sollen wir Fenster in Zukunft auf Velos, in Bussen oder zu Fuss zu unseren Kunden tragen? Während wir die Einkaufs- und Liefermobilität global bis zum Gehtnichtmehr fördern, droht die regionale Wirtschaftsmobilität immer weiter eingeschränkt zu werden.

Das geltende Verkehrsreglement der Stadt St. Gallen ist realitätsfremd und diskriminierend. Ersetzen wir es am 4. März mit einem Ja zur Mobilitäts-In-itiative, um das Gewerbe und die Wirtschaft zu fördern.

Adolf Haller

Ulmenstrasse 5, 9000 St. Gallen

Die städtische Verkehrspolitik ist auf die Bedürfnisse der Bevölkerung und der Wirtschaft auszurichten: Nicht mehr und nicht weniger will die Mobilitäts-Initiative. Dass sich die Linke dagegen wehrt, obwohl sie sich sonst immer als Anwalt der kleinen Leute sieht, ist unverständlich. Denn ein funktionierendes Verkehrssystem macht einen Standort attraktiv, sichert Arbeitsplätze und sorgt für eine lebendige Stadt. Die Stadtbevölkerung hat mit ihrem Nein zur Güterbahnhof-Initiative deutlich gezeigt, dass sie Verkehrsprobleme differenziert anschaut und sich auch – wo nötig – Verbesserungen bei der Strasse oder Tunnels wünscht. Die heutigen Gegner der Mobilität verschweigen das geflissentlich, weil sie selbst die Stadt bis zum «Nichts-geht-mehr beruhigen» und die Bürgerinnen und Bürger verkehrsmässig umerziehen möchten. Die Initiative dagegen will bei Problemen beziehungsweise bei Lösungen alle Verkehrsträger berücksichtigen. Das heisst dann zum Beispiel: Flüssiger Verkehr auf Hauptachsen, Tempo 30 in den Quartieren und Über- und Untergänge für kleinere Verkehrsmittel und Langsamverkehr. Ich selbst bin zur Hauptsache mit der Vespa und zu Fuss in der Stadt unterwegs und weiss damit aus eigener Erfahrung: Entflechtung ist eine gute Sache. Wenn die Stadt immer mehr Bushaltestellen ohne eigene Buchten baut, dann verhindert sie solche Entflechtung aktiv. Daher Ja! zur Mobilitäts-Initiative, und zwar aus Überzeugung.

Barbara Frei-Grimm

Stadtparlamentarierin FDP

Peter- und-Paul-Str. 10, 9010 St. Gallen

Es ist bemerkenswert, wie heftig die autofeindlichen und autokritischen Kreise unserer Stadt auf die Mobilitäts-Initiative reagieren. Und es ist wohl auch bezeichnend. Mit der Annahme der Initiative wird ein stark ideologisch gefärbtes Reglement korrigiert, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten. Eine vernünftige Verkehrspolitik in unserer Stadt muss logischerweise auch das Auto umfassen und nicht ausschliessen. Das Auto notabene, das vermutlich vor einer revolutionären Änderung seines Antriebs steht. Die fossil betriebenen Verbrennungsmotoren werden in absehbarer Zeit nach und nach abgelöst durch nachhaltigere Lösungen. Die Stadt soll allen Verkehrsträgern das ihnen zustehende Gewicht beimessen. Anders als die Gegner glauben machen wollen, wird das weniger Stau bringen, eine lebenswertere Stadt und bessere Verkehrslösungen. Ich stimme am 4. März überzeugt Ja für die Mobilitäts-Initiative, weil es das aktuelle Reglement deutlich verbessert.

Roger Dornier

Fliederstrasse 15, 9010 St. Gallen

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.