Für die Musik und eine velofreundliche Stadt

St. Gallen soll eine Velostadt werden, findet Eva Crottogini. Sie ist oft mit ihrem E-Bike unterwegs. Immer, wenn sie von Teufen her in die Stadt fährt, sieht sie, wo es noch hapert. «Zwischen Lustmühle und Riethüsli ist es für Velofahrer lebensgefährlich.

Roger Berhalter
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Bild: Roger Berhalter

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St. Gallen soll eine Velostadt werden, findet Eva Crottogini. Sie ist oft mit ihrem E-Bike unterwegs. Immer, wenn sie von Teufen her in die Stadt fährt, sieht sie, wo es noch hapert. «Zwischen Lustmühle und Riethüsli ist es für Velofahrer lebensgefährlich. Weil die Velospur fehlt, muss man aufs Trottoir ausweichen.» St. Gallen velofreundlicher machen: Das ist eines der Anliegen, für die sich Crottogini im Stadtparlament einsetzen würde. Schon bei den Kantonsratswahlen im Februar hat sie für die SP kandidiert und ein gutes Resultat erzielt. «Es fehlten nur wenige Stimmen. Das hat mir Mut gemacht, auch fürs Stadtparlament zu kandidieren.»

Die SP ist ihre Partei, weil sie sich gerne «für jene einsetzt, die nicht auf der Sonnenseite stehen». Crottogini spricht die Flüchtlingspolitik an: «Wir haben diese Probleme mitverursacht.» Nun könne man nicht einfach den Kopf einziehen. «Jetzt ist die Zeit, zu teilen. Deswegen müssen wir den Gürtel nicht enger schnallen, dafür geht es uns immer noch viel zu gut.» Crottogini bezeichnet es als Privileg, in einer «so tollen Stadt» zu leben. «Wir dürfen das nicht leichtfertig aufs Spiel setzen», sagt sie und spielt dabei auf die Mobilitäts-Initiative der Bürgerlichen an. Im Gegenzug möchte sie die Autos vom Marktplatz verbannen. «Ich wünsche mir eine lebendige und autofreie Innenstadt, vielleicht mit etwas weniger Drähten in der Luft.»

Die Attraktivität des Standorts St. Gallen ist ihr ein Anliegen. «Das hat nicht nur mit dem Steuerfuss zu tun. Zwei Punkte rauf oder runter sind nicht matchentscheidend.» Wichtiger sei das Kultur- und Bildungsangebot sowie eine flächendeckende Kinderbetreuung. Spricht Crottogini von Kultur, meint sie nicht (nur) jene Anlässe, die im Theater oder in der Tonhalle stattfinden – sondern gerade auch die Arbeit der Musikvereine. «Sie leisten einen wichtigen Dienst für das soziale Zusammenleben.» Die Musik begleitet Crottogini schon ihr ganzes Leben. Sie ist ausgebildete Cellistin und hat das Konservatorium in Bern mit dem Lehr- und Orchesterdiplom abgeschlossen. Heute präsidiert sie das Kammerorchester St. Gallen und leitet die Musikschule Appenzeller Mittelland. Zudem engagiert sie sich im Vorstand des Quartiervereins Gallusplatz. Sie ist verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder. In ihrer Freizeit liest und kocht sie gern, liebt spannende Diskussionen – und fährt natürlich gerne Velo.

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