Für die Anliegen der Jugend

GOLDACH. Nach sechs Jahren als Jugendarbeiter der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Goldach geht Roman Niedermann neue Wege. Er wünscht, dass die Jugendarbeit weiter gefördert wird.

Damian Zellweger
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Zahlreiche Flyer mit Projekten der Jugendarbeit schmücken das Büro von Roman Niedermann. (Bild: Damian Zellweger)

Zahlreiche Flyer mit Projekten der Jugendarbeit schmücken das Büro von Roman Niedermann. (Bild: Damian Zellweger)

Das Büro ist schon fast aufgeräumt, die letzten Pendenzen erledigt. Roman Niedermann blickt an seinem letzten Arbeitstag als Jugendarbeiter der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Goldach auf viele schöne Ereignisse zurück: «Eines der Highlights war das Projekt <Jugend mit Wirkung>, das wir vor drei Jahren in Mörschwil durchgeführt haben.» 100 Jugendliche hätten damals mitgearbeitet und gemeinsam mit der neu formierten Jugendarbeit einen Jugendtreff gestaltet. Das Projekt sei so gut gelaufen, dass man «Jugend mit Wirkung» anfangs November auch in Goldach lanciert habe.

Viele besondere Erlebnisse

Auch die jährlichen Weihnachtsmusicals in Goldach gehören für Roman Niedermann zu den besonderen Erlebnissen. «Ich durfte an diesem Anlass sechsmal mitwirken und es war immer wunderbar.» Dieses Jahr findet das Musical mit dem Namen «So ein Kamel» am 18. Dezember um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Goldach statt.

Mit Stolz blickt Roman Niedermann auch darauf zurück, dass er Studenten der Fachhochschule St. Gallen vom Bereich soziale Arbeit eine Praxisausbildung in der Jugendarbeit der Kirchgemeinde ermöglicht hat. «Dank meiner Ausbildung war es mir möglich, die Studenten während sechs bis acht Monaten zu betreuen.»

Unberechenbares Metier

Es gab aber auch Momente, an die sich der 40-Jährige weniger gern erinnert. «Die Jugendarbeit muss sowohl in der Kirchgemeinde als auch in der politischen Gemeinde immer ein bisschen für ihre Anliegen kämpfen.» Zudem sei die Jugendarbeit ein sehr unberechenbares Metier. An vielen Events sei es ungewiss, ob wirklich alles so klappe, wie man es sich vorstelle. Ob genügend Jugendliche dabei seien und ob sich die Teenager auch engagierten.

Für seinen Nachfolger oder seine Nachfolgerin wünscht sich Niedermann, dass die Jugendarbeit weiter Gewicht habe, gesehen und unterstützt werde. Wer seine Nachfolge antritt, ist noch nicht geklärt. «Die Bewerbungsfrist läuft noch», sagt Lidia Bollhalder, Präsidentin der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Goldach. «Nächste Woche führen wir die ersten Gespräche.» Wann mit einer Entscheidung gerechnet werden darf, sei schwer zu sagen. «Uns ist primär wichtig, dass wir jemanden finden, der wirklich passt. Natürlich schauen wir auch darauf, dass dies möglichst rasch passiert.»

Master-Studium absolvieren

Den Entscheid, seine Stelle aufzugeben, fasste Roman Niedermann anfangs Jahr. «Sechs Jahre sind eine lange Zeit und ich möchte ein zweites berufliches Standbein für die Zukunft schaffen.» Deshalb werde er das Master-Studium soziale Arbeit absolvieren. «Ich werde aber weiterhin vor allem im Bereich Gemeinwesen tätig sein.» Dann nicht mehr nur für Jugendliche, sondern vermehrt auch für Erwachsene. «Mit meinem Projekt <visionintegration> werde ich in Zukunft selbständig tätig sein.»