Für den Touring Club ist St. Gallen keine Velostadt

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Mobilität St. Gallen will, koste es was es wolle, zur Velostadt werden. Das will die Sektion St. Gallen-Appenzell Innerhoden des Touring Club Schweiz (TCS) festgestellt haben. Aus diesem Grund sollen mehr als 100 Massnahmen zur Verbesserung des Langsamverkehrs umgesetzt werden, moniert der TCS. Der Touring Club mahnt zur Besonnenheit. «Die Stadt St. Gallen hat nun einmal eine ganz besondere Topografie mit ihrer schmalen Talsohle zwischen den beiden Hügeln, sagte Präsident Luigi R. Rossi an der Präsidentenkonferenz des TCS-Sektion St. Gallen-Appenzell Innerrhoden. Deshalb sei das, was in flachen Städten gut funktioniere und auch sinnvoll sei, nicht einfach in St. Gallen umzusetzen, Ausserdem seien Velo- und E-Bike-Fahrer meist «Schönwetter-Grüne», die beim ersten Regentropfen auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen würden, wird Rossi in einem Bericht über die Präsidentenkonferenz zitiert.

Unter diesen Voraussetzungen muss gemäss Rossi genau geprüft werden, welche Massnahmen wirklich sinnvoll sind. Der TCS stehe hinter einer sinnvollen Förderung sämtlicher Verkehrsmittel, auch des Velos. Während aber Pro Velo oder der VCS einen möglichst schnellen Maximalausbau der Radwege verlangten, täten die Verantwortlichen der Stadt gut daran, mahnt Luigi R. Rossi, einzelne Projekte zu hinterfragen. Eine bedarfsorientierte Realisierung statt eines «hemmungslosen Ausbaus auf Drängen der Velolobby» wäre für den TCS das richtige Vorgehen.

Luigi R. Rossi unterliess es an der Konferenz nicht, Kritik an den Velo- und E-Bike-Fahrern zu üben. Sie seien teilweise disziplinlos. (pd/dwi)