Fünf Jahre Musik mit Seesicht

EGGERSRIET. Bereits zum fünftenmal geht am Samstag das Sur le Lac Festival über die Bühne. Die Veranstaltung ist inzwischen fester Bestandteil des Kulturkalenders im Raum St. Gallen und hat in den letzten Jahren immer mehr Besucher angelockt.

David Gadze
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Die einmalige Lage des Festivals Sur le Lac lockte im vergangenen Jahr über 1000 Besucher auf die Eggersrieter Höhe. (Bild: pd)

Die einmalige Lage des Festivals Sur le Lac lockte im vergangenen Jahr über 1000 Besucher auf die Eggersrieter Höhe. (Bild: pd)

Als «Kleines Fest der Musik» bezeichnet sich das Sur le Lac Festival. Und es feiert dieses Jahr ein kleines Jubiläum: Zum fünftenmal lädt es auf die Eggersrieter Höhe ein. Die Veranstaltung hoch über dem Bodensee hat sich innert kürzester Zeit im regionalen Kulturkalender etabliert und sich über den Raum St. Gallen hinaus einen Namen gemacht.

Nun arbeitet das Team mit Hochdruck an der diesjährigen Austragung. «Vorgestern haben wir damit begonnen, die ersten Zelte aufzustellen. Ausserdem haben wir uns angeschaut, was wir vom letztjährigen Material noch brauchen können», sagt Pascal Frei, Präsident des Sur le Lac. Gestern wurde der Gesamtaufbau in Angriff genommen.

Qualitativ wachsen

Die Verantwortlichen seien zufrieden damit, wie sich das Festival seit seiner Erstaustragung entwickelt habe, sagt Frei. Dabei sei das «kleine Fest» stets ein bisschen grösser geworden. Man habe jedes Jahr mehr Besucherinnen und Besucher anlocken können, 2011 wurde erstmals die 1000er-Grenze geknackt. «Unser Ziel ist es, in erster Linie qualitativ zu wachsen, nicht quantitativ», sagt Pascal Frei. Das bedeute, die Strukturen laufend zu verbessern und die Infrastruktur an die Bedürfnisse des Publikums anzupassen. «Wir wollen den Besuchern mehr Qualität zum gleichen Preis bieten.»

So gibt es auch in diesem Jahr punktuelle Neuerungen. Nebst der Lichtinstallation, die dem Gelände bei Dunkelheit einen besonderen Anstrich verleiht und leicht modifiziert wurde, betreffen diese vor allem den kulinarischen Bereich. Neu gibt es eine Spezialitätenbar, an der man nicht nur hochprozentige, sondern auch «hochwertige» Drinks mit besonderen Zutaten oder etwa frisch gepressten Apfelsaft vom nahegelegenen Bauernhof kaufen könne. Und ausser mit Speisen vom Raclette-Häuschen oder vom Grill könne man sich auch mit Gerichten aus dem Wok verpflegen.

Neu mit ausländischen Bands

Auch im Programm gibt es eine Neuerung: Mit dem französischen Synth-Pop-Duo Housse de Racket und der Dresdner Indie-Folk-Gruppe Garda treten dieses Jahr erstmals Künstler aus dem Ausland auf. Das sei kein bewusst geplanter Schritt gewesen, erklärt Frei. «Woher eine Band kommt, ist nicht entscheidend. Wichtiger ist, dass wir dem Publikum ein ausgewogenes und überzeugendes Programm bieten können.» Aus diesem Grund gebe es auch keine Headliner, jedes Konzert habe den gleichen Stellenwert.

Pläne, das Festival um einen oder gar zwei Tage zu verlängern, da die Infrastruktur ohnehin aufgestellt werden muss, gebe es nicht, sagt Frei. «Natürlich haben wir auch schon darüber nachgedacht. Aber wir machen lieber einen Tag, der perfekt organisiert ist. Denn wir haben den Anspruch, dass unser Festival knackig, frisch und aus einem Guss daherkommt.» Am Ende des Sommers hätten viele ohnehin keine Lust mehr auf ein dreitägiges Open Air. Ausserdem sei man «extrem wetterabhängig». Das finanzielle Risiko wäre bei einem verregneten Wochenende also bedeutend höher.

Ein Gemeinschaftswerk

Schon seit der ersten Austragung ist Pascal Frei im achtköpfigen Organisationskomitee des Sur le Lac dabei und für das Musikprogramm zuständig. Seit diesem Jahr steht der 25-Jährige dem Festival als Präsident vor. «Ich bin so etwas wie die Koordinationsstelle des Festivals, mehr nicht. Das OK funktioniert als Einheit. Ich habe weder besondere Befugnisse noch bin ich der Hauptverantwortliche. Es ist ein Gemeinschaftswerk.»

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