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Fünf Jahre; keinen Schritt weiter

Seit Mai 2011 ist das «Bella Vista» in Wolfhalden geschlossen. Haus und viel Boden gehören einem Investor aus Thal, der am Hang Terrassenhäuser bauen will. Bisher vergebens, er kommt mit der örtlichen Baubehörde nicht weiter.
Monika Egli
Das in Diskussion stehende Projekt von Hansjörg Egli, das er am Unterlindenberg verwirklichen möchte. (Bild: Visualisierung: pd)

Das in Diskussion stehende Projekt von Hansjörg Egli, das er am Unterlindenberg verwirklichen möchte. (Bild: Visualisierung: pd)

WOLFHALDEN. Die Geschichte von Hansjörg Egli beginnt im Juli 2010, als er die ehemalige Pizzeria Bella Vista (früher «Lila Linde») in Wolfhalden kauft. Das ältere Haus steht an der Kantonsstrasse von Wolfhalden Richtung Rheineck. Sein grosses Plus: Eine herrliche Aussicht über den Bodensee. Das Haus liegt an einem Hang, dem Unterlindenberg; Hansjörg Egli gehört das ganze Areal bis hinunter zur Strasse Unterwolfhalden, ebenso das Nachbarhaus «Sidler» Richtung Dorf und der Parkplatz vis-à-vis der «Bella Vista». Der Boden befindet sich mit einigen Metern vor der «Bella Vista» (Richtung See) in der Wohn- und Gewerbezone 2, der übrige Hang und damit der grössere Teil jedoch in der Landwirtschaftszone. Der Investor hat hier ähnliche Absichten wie damals, als er das Restaurant Helvetia, Wienacht-Tobel, erwarb und ein Mehrfamilienhaus erstellte.

Statt eines neu drei Häuser

Seit dem Kauf der «Bella Vista» sind mehr als 5,5 Jahre vergangen. Egli möchte den Hang überbauen, ist seinem Vorhaben aber noch keinen Schritt näher als zu Beginn. In diesen gut fünf Jahren hat er mehr als drei neue Projektvarianten eingereicht; aktuell will er statt wie ursprünglich vorgesehen einen einzigen Terrassenbau deren drei errichten. «Das erste Projekt wurde als zu wuchtig abgelehnt. Auf drei Häuser trifft das nicht mehr zu.» Es fand ein Augenschein mit dem damaligen Baudirektor Jakob Brunnschweiler statt, der sich überzeugt zeigte, dass man an diesem Hang etwas Gescheites bauen könne. Diese Ansicht bestätigte er auf telefonische Anfrage. Man verlangte von Egli aber, gestützt auf das kantonale Baugesetz, Ersatzbauland an anderer Stelle in der Gemeinde, um dieses im Tausch für eine Einzonung auszonen zu können. Egli bot das Areal seines Parkplatzes an, was abgelehnt wurde. Stattdessen erhielt er einen Vorschlag von der Gemeinde. «Jenes Bauland hätte aber 950 Franken pro m² gekostet. Anschliessend hätte ich es auszonen lassen müssen. Dieser Preis kam für mich nicht in Frage.»

15 Ausnahmebewilligungen

Was den Investor aus Thal erbost, ist der Umstand, dass der ortsansässige Architekt Hubert Bischoff Mitglied der Baukommission ist. «Er ist in dieser Kommission der Fachmann, sein Wort gilt viel, wenn nicht alles bei den übrigen Kommissionsmitgliedern und beim Bausekretär Urs Widmer.» Mit Hubert Bischoff hatte Hansjörg Egli schon mehr als einen Disput und findet, dass in Wolfhalden nicht mit gleichen Ellen gemessen werde. Sein Beispiel: Als er das Nachbarhaus Sidler kaufte, lag für das Grundstück zwischen diesem Haus und der «Bella Vista» ein bewilligtes Projekt von Hubert Bischoff für den Neubau eines Wohnhauses vor. Dieses Projekt ist mit dem Kauf in den Besitz von Hansjörg Egli gegangen. Es hätte ein hohes, schmales Haus gebaut werden sollen, gemäss Egli «wie ein aufgestelltes Leintuch». Für dieses Bischoff-Projekt «sind 15 Ausnahmebewilligungen erteilt worden – 15!» Für die eigene Überbauung jedoch hätte Egli laut seinen Aussagen lediglich vier Ausnahmebewilligungen und eine Einzonung benötigt. «Für mich zeigt das klar, wie es in dieser Baukommission läuft.»

«Plötzlich ein Strassendorf»

Hansjörg Egli ärgert sich massiv, dass er sich vor Einreichung der ersten Pläne nach Leitplanken für die Planung erkundigte und seiner Erinnerung nach praktisch eine «Carte blanche» erhielt. Erst im nachhinein sei aber plötzlich viel Wert darauf gelegt worden, Wolfhalden müsse ein «Strassendorf» sein. Egli: «Dazu möchte ich eine Definition. Denn weder die Überbauung Kronenwiese noch verschiedene Aussenquartiere haben auch nur entfernt mit einem Strassendorf etwas zu tun. Wer sich jedoch auf der Kantonsstrasse Wolfhalden–Rheineck befindet, sieht von meiner Überbauung zwei Häuser am Strassenrand. Meiner Ansicht nach wird hier der Anspruch <Strassendorf>, so wie ich den Ausdruck verstehe, erfüllt.»

Objektivität angezweifelt

Endgültig auf die Palme gebracht hat Hansjörg Egli ein Beitrag im «Obacht Kultur» No. 22/2015 unter dem Titel «Gut gebaut in Wolfhalden». Die Publikation erscheint regelmässig aus dem kantonalen Kulturamt. Besagte Ausgabe enthält einen Bericht über die Baukultur in Wolfhalden, in der Bausekretär Urs Widmer die Arbeit von Hubert Bischoff «über alle Masse lobt. Ich frage mich, wie objektiv der Bausekretär Projekten gegenübersteht, die nicht aus dem Büro Bischoff stammen.».

Egli selber kann beispielsweise der Überbauung Kronenwiese nichts Schönes abgewinnen, «was, wenn nicht die Kronenwiese, ist denn wuchtig?» Und der Überbauung Friedberg mit den vier neuen, dunklen Mehrfamilienhäusern vis-à-vis der HWB schon gar nicht: «Diese Häuser hat man den bestehenden Gebäuden dahinter rücksichtslos vor die Nase gebaut. Ich würde niemandem die Sicht nehmen.» Egli möchte am Unterlindenberg hochwertige Mietwohnungen für die Generation 50+ bauen. Er stellt die Frage: «Woher nimmt sich die Behörde von Wolfhalden das Recht, einen Investor davon abzuhalten?»

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