Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Fünf Jahre Gefängnis für Ex-Raiffeisen-Chef

MELS. Der ehemalige Leiter der Raiffeisenbank Mels ist vom Kreisgericht Werdenberg-Sarganserland zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden. Der 57-Jährige hatte während eines Jahrzehnts rund zehn Millionen Franken veruntreut.
Raiffeisen war die geschädigte Bank. (Bild: Archiv/Urs Bucher)

Raiffeisen war die geschädigte Bank. (Bild: Archiv/Urs Bucher)

Der Finanzexperten musste sich im abgekürzten Verfahren vor dem Kreisgericht in Mels wegen mehrfachen Betrugs, Veruntreuung, Urkundenfälschung, ungetreuer Geschäftsführung und Gehilfenschaft zum Steuerbetrug verantworten. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Er soll finanzstarke Kunden, die besonderes Vertrauen zu ihm hatten, vor allem ältere und ihm nahestehende Menschen, aber auch Klientel der Vermögensverwaltung sowie solche mit Nummernkonten geschädigt haben.

Verluste verdeckt
Mit seinen illegalen Geschäften bereicherte er andere Kunden, die Bank und sich selbst. Dabei verdeckte er Vermögensverluste der Betroffenen in der Absicht, als erfolgreicher Vermögensverwalter dazustehen. Die Verluste waren aus hochspekulativen oder unberechtigten Buchungen entstanden. Sie zogen einen Rattenschwanz von sich stets ausweitenden Ausgleichsversuchen nach sich. Dabei zwackte er auch rund eine Million für sich selbst ab.

So führte er entweder selbst unbefugte Buchungen aus oder beauftragte unwissende Mitarbeiter damit. In manchen Fällen liess er Buchungen mit falschen Gründen versehen und fingierte oder fälschte Quittungen. Ferner erledigte er Transaktionen nicht weisungsgemäss oder erschlich sich Kundenunterschriften, indem er unwahre Absichten vortäuschte. Zudem eröffnete er ohne Kundenwissen Unterkonten, um Transaktionsbelege zu verschleiern.

So täuschte er den Opfern, sich selbst und der Bank, überhöhte Vermögenswerte vor, um seine vermeintlich erfolgreiche Performance zu beweisen. Die Anklageschrift notiert auf 164 Seiten zahllose Delikte zu Lasten von 24 vermögenden, teils illustren Kunden, die er fallweise gar im Ausland aufsuchte.

Begünstigt wurden die Straftaten durch eine in allen Belangen äussert starke Machtposition des Beschuldigen, wie das Gericht festhielt. So verfügte er gleichzeitig über umfassende Kompetenz− sowie Kontrollfunktionen.
Die über zehn Jahre hinweg unbemerkten Regelverstösse waren erst bei einer Revision im September 2011 ans Licht gekommen und hatten zur Freistellung des Bankleiters geführt. Die Bank hatte zugleich allen Geschädigten versprochen, die Verluste vollständig zu ersetzen.

Strafe bereits abgesessen
Der 57-jährige gilt als Alleintäter und ist geständig. Nur in wenigen Fällen, namentlich von Schwarzgeld, wirkten andere Personen mit. Gegen diese laufen eigene Strafverfahren. Die Ansprüche der Bank wurden bereits im Sommer letzten Jahres mit einem Vergleich geregelt. Zudem hat der Beschuldigte die Forderungen der betroffenen Kunden anerkannt. Weil er schon seit April 2012 im vorzeitigen Strafvollzug sass, gilt die Freiheitsstrafe wegen guter Führung seit vier Wochen als abgesessen. Unter Anrechnung der Untersuchungshaft war er somit 40 Monate im Gefängnis. (sda)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.