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FRÜHLINGSGEFÜHLE: «Die Pflanzen sind ziemlich clever»

Der Januar war aussergewöhnlich warm und viele Pflanzen blühen bereits. Noch sei das kein Grund zur Beunruhigung, sagt der Leiter des Botanischen Gartens.

An vielen Orten im Flachland wurde der wärmste Januar seit Messbeginn registriert. Das Thermometer zeigte durchschnittlich 5 Grad zu viel an und Pflanzen treiben aufgrund der Temperaturen bereits aus und blühen. Auch für Allergiker fängt die Saison früh an. Das bestätigt Hanspeter Schumacher, Leiter des Botanischen Gartens St. Gallen.

Herr Schumacher, in den vergangenen Tagen war es auch in St. Gallen aussergewöhnlich warm. Zeigt sich das auch im Botanischen Garten?

Ja, es hat zurzeit viele Frühblüher, wie Schneeglöckchen, Krokus, Cyclamen oder Pestwurz. Auch Sträucher wie Hasel oder Schneeheide sind bereits aktiv. Zur Zeit gibt es im Botanischen Garten auch im Freiland viel zu sehen.

Ist es aussergewöhnlich, dass diese bereits im Januar blühen?

Grundsätzlich nicht. Diese Pflanzen bereiten sich im Herbst aufs Blühen vor und treiben aus, sobald es warm genug ist. Wenn es später erneut schneit oder gefriert, werden sie vom Schnee zugedeckt und blühen munter weiter, wenn sie wieder frei sind. Sie sind sehr widerstandsfähig.

Also ist es nicht beunruhigend, dass die Temperaturen so hoch sind?

Bis jetzt nicht. Schlimm wird es, wenn es über längere Zeit so warm bleibt. Dann kann es sein, dass Hemmstoffe in Knospen abgebaut werden und diese zu früh austreiben, bei Apfel- und Aprikosenbäumen zum Beispiel. Wenn dann noch einmal Frost kommt, können sie erfrieren.

Welche Vorkehrungen werden im Botanischen Garten getroffen, um Pflanzen vor Wetterkapriolen zu schützen?

Empfindliche Pflanzen werden falls möglich ins Gewächshaus gebracht. Andere bedecken Mitarbeiter mit Laub oder Reisig. Das soll sie nicht nur vor der Kälte schützen wie ein Pullover, sondern auch vor der Sonne. Es geht häufig vergessen, dass zu viel wärmende Sonne zur falschen Zeit ebenfalls schädlich ist.

Gibt es sonst Besonderheiten?

Es ist auffällig, dass es mehr Schädlinge hat. Sie sind wegen der vergleichsweise hohen Temperaturen des vergangenen Winters nicht erfroren. Es könnte sein, dass man deswegen auch im Frühling mehr hat. Zudem können wir beobachten, dass Unkräuter in den Anlagen auch jetzt im Winter spriessen. Positiv ist, dass wir dank der sonnigen Tage in den Gewächshäusern weniger heizen müssen.

Es wurde berichtet, dass bereits jetzt die Pollensaison begonnen hat. Konnten Sie das auch beobachten?

Ja, gewisse Sträucher wie Hasel oder Erlen schütten bereits Pollen aus. Bei den Gräsern ist das jedoch noch nicht der Fall.

Verkürzt das die Pollensaison?

Nein, das kann man so nicht sagen. Gewisse Sträucher blühen und stäuben nur teilweise und der Rest der Pollen kommt später. Da sind die Pflanzen ziemlich clever, sie verschütten nicht alles auf einmal. (lw)

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