Frühlingserwachen an der Uni

Die HSG kämpfte mit akuten Platzproblemen: «Studenten mussten auf dem Boden sitzen, wenn dieser belegt war, haben sich zwei Studenten einen Stuhl geteilt», sagt Stéphanie Hagmann, Präsidentin der Studentenschaft.

Elisabeth Reisp
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Nur der Student weiss, woran diese Folie ihn denken lässt. (Bild: Michel Canonica)

Nur der Student weiss, woran diese Folie ihn denken lässt. (Bild: Michel Canonica)

Die HSG kämpfte mit akuten Platzproblemen: «Studenten mussten auf dem Boden sitzen, wenn dieser belegt war, haben sich zwei Studenten einen Stuhl geteilt», sagt Stéphanie Hagmann, Präsidentin der Studentenschaft. Der neue Lehrpavillon hat nun eine deutliche Entspannung, aber noch keine Erlösung gebracht. Das Provisorium ist nur für zehn Jahre geleast. Für die kunstaffine Uni lange genug, um auch ihn mit Kunst auszustatten.

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Folien mit Blumenmuster schmücken deshalb die Fenster im ersten Stock. Offiziell als Kunst angepriesen. Eine Stickerei diente als Vorlage für den Schmuck – eine Reminiszenz an die Geschichte der Stadt und die Wurzeln der Uni. Generell gelten weisse, puristische Räume als konzentrationsfördernd. Das florale Muster könnte die Studenten aber auch auf ganz andere Gedanken bringen. Gar Frühlingsgefühle wecken. Die Sonne wärmt, erste Triebe durchstossen die Erde, zarte Knospen erblühen; das Blumenmuster erinnert daran. Die Studenten verfügen zwar im Pavillon über komfortable Platzverhältnisse – gemäss Hans Jörg Baumann, Leiter Infrastruktur, misst der Hörsaal für 100 Studenten grosszügige 200 Quadratmeter. Dennoch könnte das Bedürfnis aufkeimen, wieder näher zusammenzusitzen. Zwei Studenten, ein Stuhl.

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Wenn die Folie diese Wirkung entfaltet, darf die HSG ab 2034 mit einem Ansturm von Erstsemestern rechnen. Kann sich die Uni am Rosenberg aber nicht darauf verlassen, dass sie bis dahin ihre Platzprobleme nachhaltig gelöst hat, sollte sie das Blumenmuster schleunigst von den Fenster abziehen.