Fröhliches Gestänker im «Hirschen»

Die 19. Beizenfasnacht mit Moschtonikerball lockte am Freitagabend zahlreiche Fasnachtsfreunde aus Wittenbach und Umgebung aus ihrer warmen Stube. Humoristisches Highlight waren die Herisauer Schnitzelbänkler.

Corinne Riedener
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Die Sittärä-Chlöpfer aus Bernhardzell heizen den Fasnächtlern im Festzelt mächtig ein. (Bild: Michel Canonica)

Die Sittärä-Chlöpfer aus Bernhardzell heizen den Fasnächtlern im Festzelt mächtig ein. (Bild: Michel Canonica)

WITTENBACH. Beissende Kälte. Es ist eine der frostigsten Nächte seit langem. Und doch versammeln sich am Freitagabend viele Fasnächtler auf dem Wittenbacher Zentrumsplatz – von einigermassen angezogen über gut verpackt bis völlig vermummt ist alles dabei. Die einheimischen Moschtonikergugger laden zum 19. Moschtonikerball. Pünktlich, um acht vor acht, starten sie mit dem Monsterkonzert. Verstärkt von den Sittärä-Chlöpfern aus Bernhardzell, den Abtwiler Schränzern und den Ruckzuck-Schränzern aus Degersheim. Nach dem monströsen Auftakt geht es in der Pizzeria Arrabiata, im Restaurant Hirschen und im Festzelt nebenan weiter. Abwechselnd pendeln die Formationen von Station zu Station. Unter ihnen auch die Izi- bizi-Schnitzelbänkler aus Herisau.

Moschtoniker-Tsunami

Die dicken Winterklamotten der Fasnachtsfreunde haben allerdings relativ schnell ausgedient. Sobald ihnen nämlich die Wärme aus den Beizen entgegenströmt, werden die Mützen schnell vom Kopf gezogen und die Handschuhe in die Ecke geworfen. Richtig heiss wird es den ersten, als die gutgelaunten Moschtoniker um neun vor neun, oder auch einige Minuten später, im Restaurant Hirschen «einfallen» und den Saal mit AC/DCs «Highway to Hell» höllisch aufmischen. Angesichts dieses Guggen-Tsunamis dürften einige Anwesende erstmals den Sinn von Oropax begriffen haben. Bevor die Izi-bizi- Schnitzelbänkler aus Herisau eintreffen, überbrückt Alleinunterhalter Toni Live aus Arbon die kurze Pause mit einigen Gassenhauern aus vergangenen Zeiten.

Mörgeli und andere Babies

Dann kommen die drei Herisauer. Verglichen mit den Moschtonikern kommen Roman Wäspi, Roman und Curdin Thür aber mit leisen Tönen. Dafür mit umso giftigeren: Gleich zu Beginn «pinkeln» sie einem gewissen Walliser Touristen ans Bein. Dabei hatte er doch bloss den falschen «Türkenstein», wie sie ihn nennen, eingepackt. Ihr Themenspektrum ist breitgefächert: Von inflationärer Kreisel-Bauerei in Wittenbach über die Entlassung eines Zürcher Politikers und Ex-Professors bis hin zu Ereignissen von internationaler Brisanz, wie der Nachwuchs im englischen Königshaus – alles wird durch den Dreck gezogen. Amüsant auch der Seitenhieb an die Adresse des Schweizer Skiteams, dessen Fahrer zum Doktor geschickt werden. Die Diagnose des Mediziners: «Herr Janka, mir händs usegfunde! Was Ihne fählt, sind schlappi acht Sekundä.»

Nach gut zehn Minuten hat der Spuk ein Ende. Die Hexen, Nonnen, Scheichs und Undefinierbaren im Publikum verabschieden die Herisauer mit Beifall und lassen sie weiterziehen in Richtung Pizzeria Arrabiata. Als sie gehen, verrät Curdin Thür noch, dass sie wahrscheinlich morgen Dienstag auch durch die St. Galler Beizen streifen werden.

Renner an der Bar: «Apple Stuff»

Derweil steppt auch im Partyzelt vor dem Restaurant Hirschen der Bär. Dort geben sich die Guggen die Klinke und die Schnäpse in die Hand. Renner an der Bar ist der «Apple Stuff», ein Apfelschnaps, der von den Moschtonikern eigens für den Ball in daumengrosse PET-Fläschchen abgefüllt wurde. Bis um Mitternacht die Spyycher Chaosknaller auftreten, helfen DJ Ramon und auch der «Apple Stuff» über die musikalische Durststrecke.