Fritsche: «Wir kontrollieren morgen»

OBERRIET. «Wir werden morgen Mittwoch nach Ablauf der von uns gesetzten Frist kontrollieren, ob es auf der Fischfarm von Hans Raab keine Melander mehr hat», sagt der St. Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche. Über den genauen Zeitpunkt des amtlichen Augenscheins schweigt er sich aus.

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OBERRIET. «Wir werden morgen Mittwoch nach Ablauf der von uns gesetzten Frist kontrollieren, ob es auf der Fischfarm von Hans Raab keine Melander mehr hat», sagt der St. Galler Kantonstierarzt Albert Fritsche. Über den genauen Zeitpunkt des amtlichen Augenscheins schweigt er sich aus. Angekündigt sind seitens des Kantons zwei Tierärzte und zwei Hilfskräfte sowie drei Kantonspolizisten und eine Transportfirma für die Entsorgung allfällig zu tötender Fische: Bei der Kontrolle vom 4. November waren mehrere erwachsene Welse sowie mehrere hundert Brütlinge festgestellt worden.

Fritsche hat dem streitbaren HaRa-Industriellen den Hausbesuch unter Kosten- und Entschädigungsfolge angekündigt. Der Inhalt eines Schreibens von Raabs Anwalt dazu werde derzeit mit dem Rechtsdienst besprochen.

Farm Ende September besichtigt

Kantonstierarzt Albert Fritsche ist erst seit September im Amt. Er habe rasch mit Raabs Anwalt Kontakt aufgenommen und in Anwesenheit des Fischfarm-Besitzers Ende September dessen Fischfarm besichtigt: «Fische waren keine in der Anlage.» Noch einmal sei dem 70-Jährigen die Ausgangslage erklärt worden – auf einen Nenner gebracht: ohne Wildtierhaltebewilligung keine Fische.

Gegenüber Raabs Anwalt seien dann Lösungen skizziert worden. Es gebe zwei Ansätze für das Betreiben der Anlage mit einem geplanten Endausstoss von 5000 Fischen pro Tag: «Entweder verfügt Hans Raab über die nötige Bewilligung und richtet eine industrielle Betäubungsanlage ein – etwa nach dem Vorbild der Zuchtfisch-Länder Niederlande, Australien oder Norwegen – oder er beweist mit einem Gutachten gegenüber dem Bundesamt für Veterinärwesen, dass seine Betäubungsmethode die richtige ist. Auch das lässt das Gesetz zu.»

Schlachten über der Grenze

Zulässig wäre laut Fritsche auch, dass die Tiere in Oberriet bis zur Schlachtreife gehalten würden, um sie dann sechs Kilometer weiter in Vorarlberg zu schlachten und zu verarbeiten. «Aber auch dann ist nachzuweisen, dass eine Anlage in Vorarlberg über die nötige Kapazität verfügt und dass die Tötung der Tiere den österreichischen Tierschutzbestimmungen entspricht». (cz)