Frisches Seewasser für Zuchtfische

In der Staader Bucht lagern Kunststoffröhren von mehreren hundert Metern Länge. Sie werden ans Steinacher Ufer gezogen, wo sie unter anderem die neue Fischzuchtanlage mit Wasser versorgen.

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Seit einigen Tagen lagern die 40 Zentimeter dicken Röhren in der Staader Bucht. Endziel ist Steinach. (Bild: Rudolf Hirtl)

Seit einigen Tagen lagern die 40 Zentimeter dicken Röhren in der Staader Bucht. Endziel ist Steinach. (Bild: Rudolf Hirtl)

STAAD/STEINACH. «Was treibt denn da im Wasser?», fragt sich derzeit so mancher, der entlang des Staader Seeufers spaziert. In der Bucht zwischen der Badi Speck und der Stadler Altenrhein AG schwimmen drei schwarze, mehrere hundert Meter lange Kunststoffröhren im Wasser. Damit sie sich auf dem Bodensee nicht auf und davon machen, sind sie mit Spannsets am Ufer befestigt. Thals Gemeinderatsschreiber Christoph Giger verweist auf Nachfrage an die Technischen Betriebe. «Vielleicht wissen die etwas.» Auch TB-Betriebsleiter Michael Marti weiss nichts Konkretes, vermutet aber, dass die Röhren möglicherweise für die neue Fischzuchtanlage in Steinach sind.

Für Fische und Industrie

«Keine Ahnung» hat das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen. «Eventuell wissen die vom Hochbauamt mehr», so die Auskunft. Aber auch dort versteht der nette Herr am Telefon nur Bahnhof. Nun konzentriert sich die Hoffnung auf des Rätsels Lösung auf die Abteilung Gewässer des Kantons. Auch Projektleiter Marcel Bänziger bedauert, nichts zu den ominösen im See treibenden Röhren sagen zu können. Als goldrichtig entpuppt sich hingegen sein Tip, es beim Schifffahrtsamt zu versuchen. Der Rorschacher Kurt Reich bestätigt nämlich Martis Vermutung: «Die Leitungen sind für das Fischereizentrum in Steinach.» Definitiv Licht ins Dunkel bringt Max Bosshard von der Wälli AG in Arbon. «Die mit Stahl verstärkten Kunststoffröhren wurden in Altenrhein an Land montiert und dann zum Lagern in die Staader Bucht gezogen.»

62 Liter pro Sekunde

Bereits seien 450 Meter Leitung nach Steinach geschleppt und dort in das ebenso lange Bohrloch verlegt worden. Die noch in der Bucht lagernden 780 Meter folgen vermutlich noch heute. Die Leitung mit 40 Zentimetern Durchmesser wird künftig aber nicht nur Seewasser ins Fischereizentrum befördern. Mit dem vier Grad kalten Seewasser wird die benachbarte TE Connectivity Solutions GmbH ihre Produktionsanlagen kühlen. Drei Pumpen fördern dazu 62 Liter pro Sekunde. (rtl)

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