Frischer Wind fürs Stadtfest

Dieses Wochenende feiert die Stadt wieder ihr alljährliches St. Galler Fest. Vieles bleibt am Freitag- und Samstagabend bewusst beim alten, einige Neuerungen gibt es aber dennoch. Und eine Änderung geschieht nicht ganz freiwillig.

Roger Berhalter
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«Ein Programm für Jung und Alt»: Jeweils rund 100 000 Menschen besuchen das St. Galler Fest. (Archivbild: Ralph Ribi)

«Ein Programm für Jung und Alt»: Jeweils rund 100 000 Menschen besuchen das St. Galler Fest. (Archivbild: Ralph Ribi)

Auf den ersten Blick bleibt beim St.Galler Fest alles beim alten. Am Freitag von 17 bis 1 Uhr und am Samstag von 11 bis 2 Uhr wird die Innenstadt erneut zur Festmeile. Vom Gallusplatz bis zur Goliathgasse werden Festbänke aufgestellt, Bratwürste gegrillt, wird Musik gemacht und gefeiert. «Unser Programm richtet sich an Jung und Alt, und wir wollen eine grosse Vielfalt bieten», sagt Bruno Bischof, Geschäftsleiter des Stadtfests.

Hüpfburg, Schlager, Salsa

Sowohl Jazzliebhaber als auch Ländlerfreunde kommen auf ihre Kosten. Kinder freuen sich am Samstagnachmittag über die Hüpfburg und den Zirkus in der Gallusstrasse, nebenan ist Schlager vom Duo Zaubermond zu hören. Wer Pop- und Hardrock-Klassiker mag, ist in der Brühlgasse gut aufgehoben, Irish Folk Rock gibt's in der Metzgergasse, vor dem «Tres Amigos» am Bohl wird Salsa getanzt, und in der Kirche St. Laurenzen ist mitten im Festtrubel sogar ein Ort der Stille zu finden – um nur einiges aus dem Programm herauszupicken.

Wiederum wird das Fest am Freitag um 19 Uhr auf dem Gallusplatz mit dem Fassanstich eröffnet, wiederum lädt Monika Fasnacht am Samstag um 14 Uhr im Waaghaus zum Jassturnier, wiederum reicht das kulinarische Angebot von Fackelspiess bis Thai-Curry, und wiederum bringen Bus und Bahn alle Festbesucher bis frühmorgens in alle Richtungen nach Hause.

Das Wetter spielt keine Rolle

Mit der durchzogenen Wetterprognose – am Samstag soll es deutlich kühler und nass werden – kann Bruno Bischof gut leben. «Ich bin sogar froh, wenn es nicht zu heiss wird», sagt er in Erinnerung an den Jahrhundertsommer 2003. Ansonsten sei der Besucherandrang am St.Galler Fest fast wetterunabhängig. «Die Ostschweizer sind uns treu», sagt Bischof. Die Zahlen geben ihm recht: Im vergangenen Jahr war das Festwochenende verregnet und kühl, trotzdem waren rund 100 000 Besucherinnen und Besucher da.

Bei genauerem Hinsehen werden aber einige Änderungen sichtbar. So ist mit Milo Stössel ein neuer OK-Präsident an Bord, der zusammen mit Bruno Bischof und Hans Straub (Finanzen) den erweiterten Vorstand bildet. Zwar ist Stössel bis jetzt vorwiegend im Hintergrund tätig, doch zeigt beispielsweise die neue Webseite, dass ein frischer Wind durchs St. Galler Fest weht. Auch eine Gastregion möchte man in Zukunft einladen, damit das Stadtfest etwas farbiger wird (siehe Zweittext).

Die Spisergasse ist zu eng

Eine Änderung haben die Organisatoren nicht ganz freiwillig vorgenommen: So stellen sie dieses Jahr auf dem Aepli-Platz zwischen Spiser- und Turmgasse keine Bühne auf. Grund ist die Bauabschrankung vor dem Spisermarkt, welche die Gasse verschmälert, sowie die eingerüsteten Fassaden gleich daneben. «Mit Bühne wäre es zu eng, so käme keine Stimmung auf», sagt Bruno Bischof. Noch eine weitere Baustelle behindert die Festivitäten: Am Bohl, wo derzeit das Gebäude mit der ehemaligen Bata-Filiale im Erdgeschoss saniert wird, müsse man aus Sicherheitsgründen zusätzliche Absperrungen montieren.