Frischen Wind braucht's doch

Wittenbach hat einen neuen Gemeindepräsidenten. Endlich, ist man versucht zu sagen. Denn nachdem Albert Etter (CVP) vergangenen September seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte, begann ein Wahlkampf, der an Lebendigkeit kaum zu übertreffen war.

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Wittenbach hat einen neuen Gemeindepräsidenten. Endlich, ist man versucht zu sagen. Denn nachdem Albert Etter (CVP) vergangenen September seinen Rücktritt bekanntgegeben hatte, begann ein Wahlkampf, der an Lebendigkeit kaum zu übertreffen war. Ein Wahlkampf aber auch, der gegen Ende zusehends an Sportlichkeit einbüsste.

Dass am Wochenende 1699 Wittenbacher – oder 52,5 Prozent – ihren Stimmzettel für Fredi Widmer (CVP) einlegten, überrascht nicht. Vielmehr kann man aufgrund der guten Qualifikationen und der politischen Erfahrung Widmers von einem erwarteten Sieg sprechen. Ein Glanzsieg, wie ihn die CVP vielleicht am Anfang mit dieser Kandidatur erwartet hatte, ist es allerdings nicht. Denn Fredi Widmer trennen nur 162 Stimmen von Georges Gladig (FDP). Dieser legte im zweiten Wahlgang mit 1537 Stimmen – oder 47,5 Prozent – eine schöne Aufholjagd hin. Gladig konnte 432 Stimmen mehr für sich verbuchen als noch am 13. Februar, Fredi Widmer lediglich 203 Stimmen mehr. Ob es sich um jene 611 Stimmen des SVP-Kandidaten Bruno Brovelli handelt oder ob zusätzliche Wähler mobilisiert werden konnten, bleibt offen. Sicher ist: Wittenbach hat bewegte Wahlwochen hinter sich, und der «Kulturkampf» zwischen CVP und FDP lebt weiter.

Mit Widmers Wahl haben die Wittenbacher auf Bewährtes gesetzt. «Frischen Wind» muss Widmer trotzdem bringen. Angesichts des grossen politischen Interesses der Bevölkerung muss er seinen Slogan, «ein Gemeindepräsident für alle» zu sein, von Anfang an einlösen. Die Herausforderung wird sein, die Konflikte zwischen den Parteien aufzulösen. Und eine Politik zu betreiben, die sich an Wittenbachs Bedürfnissen orientiert – und nicht am Parteibüchlein. Corinne Allenspach

c.allenspach@tagblatt.ch

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