Friedlich und weniger nass als erwartet

Rund 100 000 Personen kamen am Freitag und Samstag ans diesjährige St. Galler Stadtfest. Die Stimmung sei gut und vor allem auch friedlich gewesen, zogen die Organisatoren gestern eine positive Bilanz. Die Polizei musste nur vereinzelt eingreifen.

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«Full House» in der Freitagnacht an der Marktgasse. (Bild: Urs Bucher)

«Full House» in der Freitagnacht an der Marktgasse. (Bild: Urs Bucher)

Dass der Publikumsrekord von 147 000 Besuchern aus dem Jahr 2013 nicht übertroffen werden würde, war angesichts der durchzogenen Wetterprognose schon vor dem Start zum diesjährigen St. Galler Fest klar. Allerdings traf die Prognose nicht ganz ein: Der Freitagabend blieb warm und trocken, am Samstag regnete es zwar zeitweise, aber nicht so ausgedehnt und heftig wie vorausgesagt.

Neuerungen bewährten sich

Dass 100 000 Personen am Wochenende in die St. Galler Altstadt kamen, ist ein ausgezeichnetes Resultat. Am Freitagabend waren es nach Schätzungen der Organisatoren 32 000, am Samstag tagsüber 10 000 und am Samstagabend gegen 60 000. Aber nicht nur deswegen zog das OK unter dem neuen Präsidenten Milo Stössel schon in der Samstagnacht eine positive Bilanz. Auch einige Massnahmen zur Aufwertung des Grossanlasses haben sich bewährt: Das vielfältige Unterhaltungsprogramm vom Samstagnachmittag für Kinder und Familien sowie Folklore-, Blasmusik- und Jassfreunde wurde gut aufgenommen.

Positives von der «Abfallfront»

Ein Thema am St. Galler Fest sind immer die Abfallberge, die es hinterlässt. Auch hier konnten gemäss Organisator Bruno Bischof Verbesserungen erreicht werden: Zum einen wurde die Gesamtmenge an Abfall – unter anderem durch das Pfandsystem – weiter reduziert. Deutlich zurückgegangen sind im Abfall aber auch Glas und Glasscherben. Entsprechend hat auch die Zahl der Schnittverletzungen abgenommen, die durch die Sanität zu verarzten waren.

Nur vereinzelte Interventionen

Auch aus Sicht der Stadtpolizei verlief das Stadtfest problemlos. In den späten Abendstunden habe es – wie auch an «normalen» Wochenenden – einzelne Interventionen wegen Streitigkeiten oder Tätlichkeiten gegeben, heisst es in einer Mitteilung. Hauptursache dafür war übermässiger Alkoholkonsum.

Zufrieden zeigten sich nach dem Fest auch die Lärmmesser vom städtischen Amt für Umwelt und Energie: Sie stellten fest, dass sich die Betreiber von Beizen, Bühnen und Discos fast ausnahmslos an die Vorgabe von 93 Dezibel hielten. Unbelehrbare müssen jetzt mit einer Verzeigung rechnen.

2016 mit Gästen «vom Land»

Der neue OK-Präsident Milo Stössel zeigte sich schon an der Pressekonferenz am Samstag vor Mitternacht erfreut über «sein erstes St. Galler Fest». Alle Beteiligten hätten professionelle Arbeit geleistet. Erfreut zeigte sich Stössel davon, dass erste Massnahmen zur Weiterentwicklung des Anlasses gegriffen haben. Weitere Schritte sollen folgen. So wird am Fest 2016 erstmals eine Gastregion oder Gastgemeinde präsent sein. Ihre Vertreter waren am Samstag unterwegs und haben persönliche Eindrücke vom Stadtfest gesammelt. (vre)

? ST. GALLER FEST 2015 26+27

Bilder zum Fest: www.tagblatt.ch